Hammelburger-Album

1975 Musik im RohbauIm Jahre 1974 konnte die Stadtkapelle endlich den lange gehegten Wunsch in die Tat umsetzen, sich ein eigenes Heim zu schaffen. Die Stadt Hammelburg stellte das Grundstück zur Verfügung. So konnte im Mai mit dem Bau begonnen werden. Der Einsatz aller aktiven Mitglieder brachte es zustande, dass am 12. November das Richtfest gefeiert werden konnte.
1975 Musik im RohbauDer Innenausbau des Musikheimes konnte im Laufe des Jahres 1975 vollendet werden. Obwohl wiederum viele hundert Arbeitsstunden von allen Musikern geleistet werden mussten, kam die Pflege der Musik nicht zu kurz. Immerhin gestaltete die Kapelle 54 Veranstaltungen und beteiligte sich an zwei Musikfesten.
Die Jugendkapelle konnte einen Teil der auswärtigen Verpflichtungen wahrnehmen. 1975 nahm sie an fünf Musikfesten des Musikbundes teil und errang bei Wertungsspielen erste Erfolge.
In diesem Jahr besiegelten auch die beiden Städte Hammelburg und Turnhout, die auf die Musikkapellen zurückgehende Partnerschaft.
1975 Musik im Rohbau1976, an Pfingsten, war die Kapelle bereits wieder in Turnhout beim 2. Internationalen Musikfestival. Wenn man sich die Zahl anhört: 20 000 von der Blasmusik begeisterte Zuschauern im Stadion, dann kann man heute nur noch davon träumen.



1976 Musikheimweihe1976 Musikheimweihe1976 MusikheimweiheIm Juni erfolgte dann mit einem mehrtägigen Fest die Einweihung des Musikerheimes. 57 ehrenamtliche Helfer hatten bis dahin über 5.100 Arbeitsstunden absolviert und über 100.000 DM Eigenleistungen zu den Gesamtkosten von über 200.000 DM aufgebracht.


1977 JugendkapelleIn diesem Jahr (1976) wurde die 2. Jugendkapelle gegründet.

1977 Zuschauer beim Festzug1977 stand ganz im Zeichen des 13. Unterfränkischen Jugendblaskapellentreffen.
Von Freitag bis Montag wurde gefeiert. Von einem „bunten Abend“, über Wertungsspiele, dem eigentlichen Festakt mit Grußworten, einem Festzug mit 75 Kapellen und Spielmannszügen, großem Unterhaltungskonzert und dem Kesselfleischessen als Abschluss im Zelt war alles dabei.
Im November gab es dann den ersten großen Hörfunkauftritt. Der Bayerische Rundfunk sendete aus der Saaletalhalle „Zu Gast in Hammelburg“. Annemarie Sprotte-Cramer moderierte, Freddy Breck, das Medium-Terzett und das Duo Gitti und Erica waren neben der Stadtkapelle und weiteren Hammelburger Gruppen dabei.
1978 war dann ein trauriges Jahr. Otto Zeier erkrankte lebensgefährlich und 2. Dirigent Winfried Breun musste während des gesamten Jahres für ihn einspringen. Ein Besuch in Turnhout musste abgesagt werden, die Rundfunkaufnahmen mit der Deutschen Welle, Köln, konnten neben den anderen Jahresverpflichtungen jedoch wahrgenommen werden.
1979 war Otto Zeier immer noch krank und den fälligen Besuch in Belgien unternahm statt der Senioren, die Jugendkapelle unter der Leitung von Helmut Fiedler.

1980 Einweihung der Turnhouter Strasse1980 Einweihung der Turnhouter Strasse1980 waren die Musiker aus Belgien wieder in der Stadt zu Besuch. Damals wurde der Untere Lange Graben in „Turnhouter Straße“ umbenannt.
Zwei Wochen später waren wir es, die bei der Einweihung der 1. Bayerischen Musikakademie den Gottesdienst und den anschließenden Gründungsakt musikalisch gestalteten.

Am  Anfang 1981 standen wieder Schallplattenaufnahmen an, denen folgte am 4. April der erste Hammelburger Blasmusiktag, der krönender Höhepunkt der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Stadtkapelle war. Musikkapellen aus 6 Ortsteilen beteiligten sich daran.
Am Sonntag, 26. April gab es dann etwas doch Außergewöhnliches aus Hammelburg. Die damals wohlbekannte Rundfunksendung „Hafenkonzert“ wurde aus unserer Stadt und unter Mitwirkung der Stadtkapelle gesendet. Ob dies wohl damit zu tun hat, dass unser Musikheim mindestens einmal im Jahr an einem großen See liegt, kann ich nicht sagen.
1982 Die Stadtkapelle vor dem MuseumNeben den zahlreichen Einsätzen – für 1982 sind 45 Proben und 42 Auftritte verzeichnet, erfolgte wieder eine Fahrt nach Belgien.

1983, als „Jahr der Blasmusik“ in unserer Chronik verzeichnet, brachte im März den 2. Hammelburger Blasmusiktag. Neben unserer Jugendkapelle und der Stadtkapelle beteiligten sich damals alle 7 Kapellen der Ortsteile an dem mehrstündigen Konzert in der ausverkauften Saaletalhalle.
An Pfingsten folgte das Europäische Blasmusiktreffen mit Kapellen aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Belgien, England, Norwegen und Polen.
Ich kann mich noch gut an dem Montagabend erinnern, als ich die Kollegen des Kommissariats Staatsschutz im Festzelt sah. Später war klar: 3 polnische Musiker hatten sich entschlossen nicht mehr in ihre Heimat hinter dem eisernen Vorhang zurückzukehren und blieben in Hammelburg. Wochenlang sorgte dieses Verhalten in Deutschland für politischen Zündstoff.
1984 wurde die 10-jährige Partnerschaft mit Turnhout in Belgien gefeiert und wir verzeichneten das wohl längste Konzert in unserer 50-jährigen Geschichte.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Saaletalbahn Gemünden – Hammelburg wurde von 10 bis 18 Uhr fortwährend Musik gespielt.
1985 erkrankte Otto Zeier wieder. Wir waren in diesem Jahr in der Gruga-Halle in Essen, bei Musiker in England und bei der Geburtstagsfeier unseres damaligen Ministerpräsidenten Dr. Franz Josef Strauß.
Im Herbst gab nach 12 Jahren Amtszeit Karl Fell den 1. Vorsitz an den damaligen Bürgermeister Elmar Hartung ab.
1986 konnten wir bei einem Festakt im Heinrich-Köppler-Haus auf 25 Jahre Stadtkapelle zurückblicken.
An Pfingsten folgte das 2. Europäische Blasmusiktreffen in Hammelburg mit Teilnehmern aus Sardinien, Luxemburg, Österreich, Ungarn, England, Belgien, Italien und Frankreich.
1987 Im Frühjahr fand der 4. Hammelburger Blasmusiktag statt und im April fuhr die Stadtkapelle zu einer 9-tägigen Konzert und Erlebnisfahrt ins über 1000 km entfernte Sarteano in Italien. Unterwegs wurde das Pustertal und Bruneck besucht, bevor preußische Pünktlichkeit auf mittelitalienische Gelassenheit traf. Teilnehmer könnten hier alleine den ganzen Abend mit Erzählungen verbringen.
Während dieser Reise erkrankte Otto Zeier wieder schwer.
Noch ein lokaler Termin von diesem Jahr zur Erinnerung: am 11. 12. spielte die Stadtkapelle bei der Grundsteinlegung des Neubaus der Musikakademie.