Hammelburger-Album

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Vorwort

Beim Ordnen alter Schriftbestände in der Mittelschule Hammelburg, vormals Hauptschule, wurde ein Heft mit der Aufschrift „ Schulgeschichtliche Aufzeichnungen 1911 - 1931“ entdeckt. Das Heft hat Folio-Format, ist blau kartoniert, handgeheftet und stammt aus dem Verlag C. Scheiner, Würzburg.

Die chronologisch verfassten Einträge waren zunächst Auflistungen schulischer Maßnahmen – auf eine zusätzliche Schulchronik wurde verwiesen, die aber leider nicht mehr vorhanden ist. Da das Schulleben früher ganz eng mit dem öffentlichen Leben der Stadt verwoben war, gewähren diese Einträge neben schulischen Vorkommnissen auch zahlreiche Einblicke in das Leben vor, während und nach dem 1. Weltkrieg – sowohl bittere als auch freudige.

Die Eintragungen sind fast alle von bestechender kalligraphischer Schönheit– „gestochen scharf“ nannte man dies – verfasst in der eleganten deutschen Kurrentschrift, wie sie damals in und außerhalb Bayerns gelehrt wurde und nicht in der steifen Sütterlinschrift, die Ludwig Sütterlin 1911 für Preußen entwickelt hatte. Wer der Schreiber war, ist nicht bekannt. Weil jedoch fast nur von der Mädchenschule berichtet wird, zudem auch zahlreiche religiöse Ereignisse sehr kundig dokumentiert wurden, liegt es nahe, an eine Ordensschwester als Autorin zu denken, die als Lehrerin an der Hammelburger Schule gewirkt hat.

Da diese Schrift vielen Zeitgenossen nicht mehr geläufig ist, habe ich die „Aufzeichnungen“ transkribiert. Die Vorkommnisse liegen bis zu 100 Jahre zurück. Eventuell notwendige Kommentierungen sind in Klammern und Kursivschrift eingefügt z. B. [Der Winzerverein wurde von Pfarrer Martin gegründet.]  Meinem Kollegen Herrn Karl-Heinz Maul danke ich für die Durchsicht und eifrige Unterstützung bei der Kommentierung.

 

Hammelburg, im Februar 2013                     Günther Albrecht


 

Schulgeschichtliche Aufzeichnungen

a) Ea.) Errichtung der einzelnen Schulen

Auf den Trümmern des durch den Brand von 1854 zerstörten Schulgebäudes erhob sich bald wieder ein neues, größeres. Wie die Chronik berichtet, wurde es im Spätherbst 1856 begonnen und im November 1858 seiner Bestimmung übergeben.

Nachdem schon seit 1852 Verhandlungen mit der Kgl. Regierung gepflogen wurden betreffs Einführung eines religiösen Ordens zur Übernahme der Mädchenschulen in Hammelburg, wurden, wie aus den Schulakten zu ersehen ist, im November des Jahres 1858 mit dem Unterricht und der Erziehung der hiesigen weiblichen Jugend Lehrerinnen aus dem Kloster St. Maria Stern in Augsburg betraut. Von dem genannten Kloster wurden die Mädchenschulen wie folgt übernommen:

1.) 1858 22. Novemb.

     I. Mädchenschule, anfänglich aus den 4 oberen Jahrgängen bestehend.

2.) 1858 22. Novemb.

II. Mädchenschule, anfänglich aus den 3 unteren Jahrgängen gebildet.

Gleichzeitig wurde auch eine staatlich geprüfte Arbeitslehrerin berufen zur Abhaltung des Handarbeitsunterrichts an den Mädchenschulen.

Schon im folgenden Jahre im Herbst 1859 wurde die obere Mädchenschule, die vier Jahrgänge umfaßte, geteilt u.

3.) 1859 3. Novemb.

      eine III. Ordenslehrerin hieher berufen, die den Unterricht an der mittleren Mädchenschule übernahm.

4.) 1873 od. 75

      Die gemischte Schule Vorbereitungskl errichtet.

     [Nr. 4.) nur als Bleistifteintrag]

[Das Schulgebäude steht heute noch in der Kirchgasse, im Volksmund immer noch die „alte Volksschule genannt. Diese beherbergt u. a. die Kleiderkammer und das Jugendzentrum.[Unter Mädchenschulen sind Mädchenklassen gemeint, nicht eigene Schulgebäude.]

 

b) bb.) Merkenswerte Vorkommnisse seit dem Jahre 1900

1.) 1901 12. März

Am 12. März 1901 Feier des 80. Geburtstags des Prinzregenten Luitpold.

Öffentliche Schulfeier mit Deklamation, Gesang u. Festrede im Rathaus. An die Schulkinder wurden Würste und Wecken verteilt.

[Nach dem Tode von König Ludwig II. 1886 wurde sein Bruder Otto I. König von Bayern. Da dieser aber geisteskrank war, übernahm sein Onkel Prinz Luitpold für ihn die Regentschaft. Daher der Name Prinzregen. Nominell blieb Otto weiterhin König.]

2.) 1910 1. Mai

trat die Lehrerin der oberen Mädchenschule Mar. Petronilla Lindenmayr in den Ruhestand, nachdem sie seit dem Jahre 1862 ihre Kräfte in den Dienst der hiesigen Mädchenschule gestellt und in Generationen die Hammelburger weibliche Jugend herangebildet hatte.

Als Nachfolgerin wurde die bisherige Lehrerin der Mittelklasse M. Nikoletta Panzer bestimmt, während die Lehrerin der Unterklasse M. Demetria Riedlechner an deren Stelle trat. Die freigewordene Unterklasse wurde durch die Hilfslehrerin M. Leopoldige Haas besetzt.

3.) 1911 1. Mai

Feier des 90. Geburtstags des Prinzregenten Luitpold. Die gesamte Schuljugend begab sich in festlichem Zuge, blauweiße Fähnchen tragend, von der Schule ins Hotel Adler, woselbst die Kinder durch Deklamationen und Gesänge dem geliebten Landesherrn ihre Huldigung darbrachten. Alsdann begab sich der Festzug an das Kissinger Tor, woselbst eine Luitpold-Linde gepflanzt wurde. Zur gemeinsamen Schulfeier wurde das von Herrn Kreisschulinsp. Griebl gedichtete Lied eingeübt: „Es faltet fromm das Spessartkind.“

[Das „Hotel Adler“ war in der Bahnhofstraße im Gebäude der späteren Raiffeisenkassegebäude untergebrach.

Das Kissinger Tor befand sich in der Kissinger Straße auf Höhe der Geschäftsstelle der Saalzeitung. Ein versteckter kleiner Gedenkstein im Rasen vor dem Evangelischen Gemeindehaus am Amtsgerichtskreisel erinnert an diesen Geburtstag.]    

4.) 1911 Sommer

Während der Ernteferien wurde in Aschaffenburg ein sog. Informationskurs abgehalten, der es sich zur Aufgabe gestellt hatte, seine Teilnehmer zur Einführung der Mädchen-Fortbildungsschule auf praktischer Grundlage zu begeistern. Diesem Kurse wohnten an die Lehrerinnen der Oberklasse u. der Mittelklasse.

5.) 1911

 13. Mai

Visitation der oberen Mädchenschule durch Herrn Kreisschulinsp. Griebl.

6.) 1912 23. Juli

Beehrte S. K. H. Prinz Ludwig unsere Stadt mit einem kurzen Besuche gelegentliche einer Autofahrt von Würzburg nach Bad-Brückenau. Die Kinder der Volksschule standen, blauweiße Fähnchen schwenkend, von der Weihertorstraße zum Marktplatz Spalier. Hier nahm der hohe Gast die Begrüßung von weißgekleideten Mädchen, die ein Gedicht vortrugen und einen goldenen Pokal mit dem besten Wein des hiesigen Winzervereins kredenzten, huldvollst entgegen.

[S. K. H. = Seine Königliche Hoheit PrinzLudwig. Dieser ist der spätere König Ludwig III.]

7.) 1912 18. Sept.

Dieser Tag brachte in der unteren Mädchenschule ein Veränderung, indem die bisherige Lehrerin M. Ermelinde Bosch nach Altenkunstadt versetzt und an deren Stelle die Hilfslehrerin M. Wenefrida Greser berufen wurde.

8.) 1912 1. Nov.

Mit Wirkung vom 1. Nov. 1912 wurde die weibliche Sonntagsschule in Hammelburg in eine obligatorische Mädchen-Fortbildungsschule umgewandelt mit wöchentlich vier Unterrichtsstunden, von denen zwei an einem Werktag, zwei am Sonntag abgehalten wurden. Die Fortbildungsschule erstreckt sich auf die Zeit vom 1. November mit 31. März, vom 1. April bis 31. Oktober tritt an die stelle derselben die vorschriftsmäßige Sonntagsschule.

9.) 1912 12. Dez.

Tod des Prinzregenten Luitpold.

Am 21. Dezember Trauerfeier in Kirche und Schule.

10.) 1913 7. Jan.

Erstmalige Feier des Geburtstagsfestes S. K. H. des Prinzregenten Ludwig.

Schulfrei.

[Nach Luitpold wurde Ludwig Prinzregent, da Otto I. immer noch lebte.]


 

Schuljahr 1913 -14

 

1.) Kgl. Lokalschulinspektor:

     H. H. Stadtpf. u. Distr.-Schulinsp. J. Martin

                    Seit 11. Nov. 1909

2.) Lehrerinnen:

M. Nikoletta Panzer, O.S.F f. d. Oberklasse seit 1. Mai 1910;

M. Demetria Riedlechner, O.S.F f. d. Mittelkl. seit 1. Mai 1910;

M. Wenefrida Greser, O.S.F f. d. Unterkl. seit 18. Sept. 1912;

M. Bonaventura Fuchs, O.S.F f. d. Vorbereit.-kl. M. seit [keine Angabe]

M. Fides Wenig, O.S.F Arbeitslehr. f. d. Oberkl. seit 10. Aug. 1901;

 

3.) Schülerzahl im Mai 1913:

a. Werktagsschule:

          Vorbereitungsklasse        34

          Unterkl.       2. Schuljahr28

                              3. “               35

          Mittelkl.      4. “               32

                              5. “               39

          Oberkl.        6. “               26

                              7. “              32

                                         Sa     226 Schüler

b) Sonntagsschule:

                              1. Schuljahr 26

                              2. “               23

                              3. “              24

                                         Sa      73 Schüler

4.) 1913 1. Mai

Mit dem 1. Mai 1913 trat für sämtliche Schule Unterfrankens die neue Schul- und Lehrerordnung in Kraft.

 

5.) 1913 15. Juni

wurde das 25jährige Regierungsjubil. Sr. M. [= Seiner Majestät] des Kaisers Wilhelm II. und zugleich die Erinnerungsfeier an die siegreiche Erhebung Deutschlands 1813 in der Turnhalle festlich begangen.

 

6.) 1913 im Juli

war in der Turnhalle das Tuberkulose-Wandermuseum eingerichtet.

Besichtigung desselben durch die Werktagschüler am 8. Juli, von seiten der gesamten Fortbildungsschüler am 13. Juli.

 

7.) 1913 Juli

Wurde in Lohr a. M. durch Herrn Professor Heindl der von der Kgl. Regierung anberaumte Zwischenkurs abgehalten, an dem sich die Lehrerinnen der Mittel- und Oberklassen beteiligten.

 

8.) 1913 25. Aug.

Namensfest S. K. H. des Prinzregenten Ludwig. Schulfrei.

 

9.) 1913 12. Nov.

Huldigungsfeier anlässlich der Thronbesteigung Seiner Majestät König
Ludwig III. Festgottesdienst in der Pfarrkirche, dem die Schulkinder anwohnten. Schulfeier: Gesang, Vortrag, Deklamation. Die Art der Feier war den einzelnen Lehrpersonen überlassen.

 

10.) 1913 13. Nov.

Visitation der Mädchen-Vorbereit.-klasse durch den Kgl. Distriktsschulinsp.

 

11.) 1913 15. Nov.

Visitation der Unterklasse durch den Kgl. Distriktsschulinspektor.

 

12.) 1913 29. Nov.

Visitation der Mittelklasse durch den Kgl. Distriktsschulinspektor.

 

13.) 1913 10. Dez.

Visitation der Oberklasse durch den Kgl. Distriktsschulinspektor.

 

14.) 1913 17. Dez.

Visitation des I. Jahrg. der Fortbildungsschule durch den Kgl. Distriktsschulinspektor.

 

15.) 1914 2. April

Entlaßprüfung der Fortbild.-schule.

 

16.) 1914 7. April

Mündliche Schlußprüfung des 7. Schulj. der Volksschule, nachdem schon am
4. März die schriftliche Prüfung stattgefunden hatte.


 

Schuljahr 1914 -15

 

1. & 2.) 1914 3. Mai

wie 1913 -14

 

3.)

Schülerzahl im Mai 1914:

a. Volkshauptschule:

          Vorbereitungsklasse        30

          Unterkl.       2. Schuljahr35

                              3. “               29

          Mittelkl.      4. “               34

                              5. “               34

          Oberkl.        6. “               39

                              7. “              23

                                         Sa     224 Schüler

b) Volksfortbildungsschule:

                              1. Schuljahr 37

                              2. “               24

                              3. “              16

                                         Sa      77 Schüler

 

4.) 1914 2. Juli

Erstmalige Feier des Geburtsfestes I. M. [= Ihrer Majestät] der Königin Maria Theresia v. Bayern. Festgottesdienst, schulfrei.

 

5.) 1914 1. Aug.

 

Mobilmachung u. Krieg

6.) 1914 27. Aug

Der Krieg verzögerte die Einbringung der Ernte. Deshalb wurden dem Auftrag der Kgl. Regierung vom 21. Aug. 1914 entsprechend die Schulferien für die vier oberen Jahrgänge der Volkshauptschule u. sämtliche Jahrgänge der Volksfortbildungsschule bis 1. Okt. verlängert.

Da für die drei unteren Jahrgänge der Volkshauptschule eine Verlängerung der Ferien nicht notwendig erschien, wurde hier der Unterricht erst am 17. Aug. wieder aufgenommen. Für den im Felde stehenden Schulverweser Guido Herbst übernahm in der Zeit vom 17. Aug. bis … Sept. (Beginn der Herbstferien) die Lehrerin der oberen Mädchenschule M. Nikoletta Panzer den Unterricht in der 3. Knabenschule.

 

7.) 1914 1. Oktober

Heute begann wieder in allen Schulklassen der Unterricht. Doch machte auch hier der Krieg einige Änderungen notwendig. Die Knaben u. Mädchen der Vorbereit.-kl. werden von Frau Hptlin. M. Kreszentia Schneid gemeinsam unterrichtet, die Mädchen-Unterkl. übernimmt Frau Hptlin. Mr. Bonaventura Fuchs u. die Hilfslehrerin M. Wenefrida Greser leistet Kriegsaushilfe in der verwaisten Knabenunterkl. Im übrigen ist hier der Schulbetrieb ein geregelter mit Einhaltung der gewöhnlichen Schulzeit u. der gleichen Stundenzahl wie im Frieden. Freilich steht der gesamte Unterricht im Zeichen des Krieges.

/:Näheres darüber in der Kriegschronik:/

 

8.) 1914 18. Nov.

Noch nie erlebt!

Hindenburg errang über die Russen einen großen Sieg an der Weichsel. Dieser wurde auch in der Schule entsprechend gefeiert mit Deklamation und Gesang. Bis zu ihrem Höhepunkt steigerte sich die nationale Begeisterung der Jugend, als vom Katheder das Wort erklang:

Schulfrei!

 

[Es handelte sich wohl um die Schlacht bei Lodz. Beide Seiten – Russen und Deutsche hatten starke Verluste bei Lodz erlitten. Die Russen waren alles andere als einfache Gegner, wie der Heimat wegen des Sieges bei Tannenberg vermittelt wurde. Ludendorff stellte aber auch diese unentschiedene Schlacht als großen Erfolg dar.]

 

9.) 1914 4. Dez.

„Antwerpen gefallen.“ Siegfrei.

[Deutschland war in Belgien einmarschiert und hatte dessen Neutralität verletzt.  Der empörte belgische König kapitulierte nicht, sondern ließ sein Land energisch verteidigen. Die starke Festung Antwerpen wurde von den Belgiern zäh verteidigt und konnte erst nach schweren Kämpfen von den Deutschen eingenommen werden.]

[Siegfrei war eine neue Wortschöpfung neben schulfrei. Damit konnte man den trügerischen Siegestaumel der deutschen Bevölkerung zusätzlich anfachen.]

 

10.) 1914 11. Febr.

Wieder flattern Deutschlands Siegesfahnen. Die Russen in Masuren geschlagen. Dadurch verhalf Hindenburg der deutschen Jugend wieder zu einem schulfreien Tag.

[Mit der siegreichen Winterschlacht in Masuren gelang es den Deutschen, die russische Armee endgültig aus Ostpreußen zu vertreiben. Das wurde im Deutschen Reich auch propagandistisch ausgeschlachtet. Ludendorff hatte gehofft, dass nun die russische Front völlig zusammenbrechen würde, was aber keineswegs geschah. Damit waren weiterhin starke militärische Kräfte an der Ostfront gebunden.]

 

11.) 1914 3. März

                              Schriftliche Prüfung

               10. März

                              Mündliche Prüfung in der Volkshauptsch.

               30. März

Mündliche Entlaßprüfung.

Nachtrag   9. Mai

                              wurde auf der Schulsitzung beschlossen v. J. 1917 ab d. Überführ. d. Fortb.-sch. in Berufsfortb.-sch. zu beantragen. Bis 1917 wurde die Jahrestund.z. auf 130 festgesetzt, sofern nicht d. Erhöhung auf 140 notwendig ist.

[Anmerkung: In den fortlaufenden Nummern 10.) und 11.) wurde fälschlicherweise die Jahreszahl 1914 eingetragen.]

 


 

Schuljahr 1915 - 16

 

1.) 1915 5. Mai

wie 1913 -14

 

2.) Lehrerinnen:

M. Nikoletta Panzer, O.S.F f. d. Oberklasse seit 1. Mai 1910;

M. Demetria Riedlechner, O.S.F f. d. Mittelkl. seit 1. Mai 1910;

M. Bonaventura Fuchs, O.S.F f. d. Unterkl. seit 1. Okt.1914;

M. Kreszentia Schneider, O.S.F Vorb. Knaben u. Mädchen s. 1.10.14

M. Fides Wenig, O.S.F Arbeitslehr. f. O u. U.

 

3.) Schülerzahl im Mai 1915

a. Volkshauptschule:

          Vorbereitungskl. Mädch.28

          Unterkl.       2. Schuljahr29

                              3. “               33

          Mittelkl.      4. “               30

                              5. “               34

          Oberkl.        6. “              

                              7. “                 

                                         Sa                [Die Zahlen fehlen.]

b) Volksfortb.-schule:

                              1. Schuljahr 21

                              2. “               37

                              3. “              24

                                         Sa      82

4.)

So haben wir es halt wieder begonnen, das neue Schuljahr. Ein Kriegsschuljahr wird es sein, schrieb der Schulanzeiger. Wohl sind hier trotz des Krieges die Schulverhältnisse im allgemeinen geregelt; aber wieviele Hemmnisse treten doch einem gedeihlichen Unterrichte entgegen! Wie streng muß selbst bei den Mädchen die Schulzucht gehandhabt werden, gar nicht zu reden von den vielen Störungen, die dem Schulbetrieb aus den Unterrichtsbefreiungen wegen landwirtschaftlicher Notlage erwuchsen.

Im neuen Schuljahr werden der Störungen und Hemmnisse nicht weniger. Doch mit eisernem Willen wollen wir alles in Ordnung halten, was uns anvertraut ist, u. wollen den großen Anforderungen, die die große Zeit auch an uns stellt, gerecht zu werden versuchen.

 

5.) 1915 5. Mai

Das neue Schuljahr nimmt einen glückverheißenden Anfang. Zum erstenmal ertönten bei uns in Hammelburg die Siegesglocken aus Anlaß der großen Durchbruchsschlacht in den Karpathen. Ein Sieg von so weitreichender Bedeutung wird natürlich auch in allen Schulen aufs freudigste begrüßt und gefeiert. Der 5. Mai ist schulfrei.

[Nach wechselvollen Kämpfen wehrten deutsche und österreich-ungarische Truppen in der Winterschlacht in den Karpaten (Dezember 1914 bis April 1915) einen drohenden Einfall russischer Truppen über die Karpaten nach Ungarn ab.]

 

6.) 1915 3. Juni

Durch schulbehördliche Verfügung wird hier vom 4. Juni ab während der Dauer der notwendigen Feldarbeiten die tägliche Unterrichtszeit auf vier Vormittagsstunden herabgesetzt. Es sollen dadurch die Unterrichtsstörungen beschränkt werden, die durch die notwendig werdenden Befreiungen vom Schulbesuche entstehen. Vom 4. Juni ab beginnt infolgedessen der Schulgottesdienst um 6 h; Unterrichtszeit täglich von 7 – 11 h = 24 Wochenstd. In Wegfall kommen während dieser Zeit die Fertigkeiten: Zeichnen 2 Std., Turnen 1 Std., Handarb. 3 Std. = 6 Wochenstd.

 

7.) 1915 4. Juni

Przemysl wurde von den Deutschen und Österreichern zurückerobert: Drum ist von 10 h ab siegfrei.

[In Przemysl, ca. 250 km südlich von Warschau, gingen im März 1915 zunächst 110.000 österreichisch-ungarische Soldaten in russische Gefangenschaft. Sogar der Zar besuchte daraufhin die Stadt. Danach führte eine Gegenoffensive u. a. zur Einnahme von Przemysl, Warschau, Brest-Litowsk, Grodno und Wilna. Dann geriet der Krieg im Osten allerdings zum Stellungskrieg. Die Russen waren nicht geschlagen.]

 

8.) 1915 24. Juni

Abermals hallt Siegesjubel durch die Lande. Auch die galizische Hauptstadt ist wieder unser.

[Es handelt sich um Lemberg, die Hauptstadt des damaligen österreichisch-ungarischen Kronlandes Galizien. Die schwere Niederlage der zaristischen Armee entlastet die Donaumonarchie vom Druck der russischen Armeen.]

„Da haben wir wieder siegfrei,“ mutmaßt unsere Jugend, die gewohnt ist, die Größe eines Sieges mit diesem Maßstab zu messen. Und sie hatte recht. Nach dem Schulgottesdienst versammelte sich die gesamte Schuljugend auf dem Kirchplatz, wo durch Hw. H. Stadtpfarrer die Bedeutung des Sieges in einer Ansprache gewürdigt wurde. Der Vortrag patriotischer Lieder schloß sich an u. unter Gesang ging’s dann im Marsch zum Marktplatz, wo sich die siegesfrohe Schar unter begeisterten Hoch- und Hurrarufen zerstreute.

 

9.) 1915 18. Juli

Beginn der Ernteferien. Sie dauern bis 15./8.

 

10.) 1915 5. Aug.

Die Siegesglocken läuten: Warschau ist gefallen.

 

1915 28. Aug.

Wieder Siegesgeläute am Abend d. 27. Dazu Parademusik auf dem Marktplatz. Der Samstag ist schulfrei. Unsere Tapferen nahmen auf ihrem Siegeszug Brest-Litowsk.

 

11.) 1915 30. Aug. mit 4. Sept.

Die Lehrerinnen der Mittel- u. Oberkl. beteiligten sich an dem Turnkurs, dem ersten, der in Würzburg zur Ausbildung von Volksschullehrerinnen für den Turnunterricht abgehalten wurde.

 

12.) 1915 20. Sept. mit 3. Okt.

Herbstferien

 

13. Okt. mit 13. Okt.

Weinleseferien

Im Oktober begann auch wieder der regelmäßige Unterricht, Vor- und Nachmittagsschule.

 

13.) 1915 8. Nov.

Nisch ist gefallen; schulfrei.

[Niš deutsch Nisch, ist die zweitgrößte Stadt im zentralen Serbien.]

 

14.) 1915 6. Nov.

Marschierte vom Lager wieder ein neuzusammengestelltes Bataillon ab. Die Ausrückenden hatten das ganz besondere Interesse der Kinder, da sich unter denselben Herr Lehrer Herbst befand, der, vom Typhus vollständig genesen, wieder ins Feld zog. Ihnen sollte auch noch eine Freude bereitet werden. Als darum am Morgen in den Schulen der Vorschlag gemacht wurde, die Kinder sollen auf ihren Pauseapfel zugunsten der Ausziehenden verzichten, da war alles Feuer und Flamme. Die Pauseäpfel waren ihnen nicht genug. Um10 h eilten viele heim und baten die Mutter um mehr. Freudestrahlend kamen sie mit Täschchen u. Körbchen voll Äpfel, einige auch mit Nüssen. Das Ergebnis waren drei Waschkörbe voll Obst, die eine Abordnung hinaustragen u. verteilen durfte.

 

15.) 1915 14. Dez.

Auf dem Lager ist unter den Gefangenen ein Pockenfall aufgetreten. Infolgedessen mussten sich alle Kinder vom 5. bis 12. Lebensjahrs u. die gefährdeten Erwachsenen der Schutzpockenimpfung unterziehen. Acht Tage später Besichtigung der Impfblattern in den Schulen und Vortrag über die Schutzpockenimpfung durch H. Bezirksarzt Dürig.

[Gegen Pocken gibt es kein bekanntes Heilmittel, nur eine vorbeugende Impfung.]

 

16.) Weihnachten

Der Verein vom Roten Kreuz veranstaltete eine kleine Christbescherung für ungefähr 50 arme Kriegerkinder. Jedes der Mädchen wurde mit Hemdenstoff oder einem Schürzchen bedacht, die Knaben mit einem fertigen Hemd. Dazu erhielt jedes noch einige Äpfel u. Lebkuchen. Die schlichte Feier, die durch Lieder verschönt wurde, fand in der Arbeitschule statt.

Am Heiligen Abend mußte eine Maschinengewehr-Abteilung ins Feld. Um den Armen, denen der Abschied von der Heimat an diesem Tage wohl besonders schwer fiel, eine kleine Freude zu bereiten, wurden Weihnachtspäckchen für sie gerichtet u. mit einem Tannenzweig sinnig geschmückt.


 

17.) 1916 11. Jan.

Schulfrei: Gallipoli wird von den Engländern geräumt.

[Gallipoli liegt in der europäischen Türkei an den Dadanellen. Hier wollten  britische Truppen 1915 eine Front bauen. Unter hohen Verlusten schlug die türkische Armee die Invasion zurück.]

 

18.) 1916 6. Febr.

Hammelburg will nicht hinter den anderen Städten u. Städtchen zurückstehen. Am 6. Febr. wurde in der Nähe der Winzerhalle eine Kriegseiche gepflanzt und damit zugleich die Errichtung eines Kriegswahrzeichens verbunden. Den Verlauf der wohlgelungenen Feier schildert das „Hammelburger Journal v. 12. Febr. in einem längeren Artikel, der in der Beilage folgt.

 

Wie eine Schülerin des 6. Jhrg. sich über die Feier äußert, zeigt der folgende freie Aufsatz:

Eine patriotische Feier in Hammelburg. „Zum Andenken an die große Zeit, den tapferen toten Helden zum Gedächtnis pflanzte die Stadt Hammelburg in der Nähe der Winzerhalle eine Kriegseiche. Am Sonntag fand ihre Pflanzung statt. Es schien, als habe die Natur alles aufgeboten, die Feier zu verschönern, Der Himmel lächelte in seinem tiefsten Blau u. die Sonne sandte ihre warmen Strahlen auf die Erde. Auch wir Schulkinder durften dem Feste beiwohnen. Um 3 Uhr zogen wir vom Schulhaus aus zum Marktplatz. Dort schlossen sich  uns die Beamten, die Vereine mit Fahnen, eine Musikkapelle und sechs Knaben mit der jungen schöngeschmückten Eiche an und hinaus ging’s zur Winzerhalle. Der Hochw. Herr Stadtpfarrer hielt die Festrede u. am Schlusse derselben stimmten wir aus voller Brust in das Hoch auf unseren geliebten Bayernkönig u. das Haus Wittelsbach ein. Hierauf trug ein Schulmädchen das Gedicht vor „Deutsche Eiche im Sturm“ u. es erfolgte die Pflanzung des Baumes. Eine Flasche mit einigen Brotmarken, eisernen Geldstücken und Briefmarken wurden auch in die Baumgrube versenkt.

Unter Sang u. Klang zogen wir nun zum Marktplatz. Hier lag unter einem Baldachin das „Eiserne Kreuz, in das goldene, silberne u. eiserne Nägel geschlagen werden sollten. Nachdem drei Schülerinnen das Gedicht „Eisernes Kreuz“ vorgetragen hatten, hielt Herr Bürgermeister Uhl eine Ansprache, die mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser endete. Während der Nagelung spielte die Musikkapelle noch einige Weisen u. wir marschiert. unter Absingen des Liedes „Ich hab mich ergeben“ wieder zur Schule zurück.

Gebe Gott, daß wir mit unseren Kriegern recht bald die Friedenslinde pflanzen können.“

[In der Winzerhalle, vom Winzerverein erbaut, wurden die von den Winzern abgelieferten Trauben gekeltert. Sie beherbergt heute die „Holzwerkstatt“ von Schreinermeister Harald Fischlein.

Wo diese Eiche gepflanzt worden ist, konnte nicht mehr in Erfahrung gebracht werden.]

Ob dieses Kriegswahrzeichen in irgendeinem Depot noch vorhandenist, konnte ebenfalls nicht geklärt werden.]

 

19.) 1916 26. Febr.

Die schlimmen Wirkungen des Krieges machen sich auf dem Gebiete der Erziehung immer mehr fühlbar. Man merkt nur zu oft, dass die energische Hand des Vaters in vielen Familien fehlt, u. namentlich ist es die der Volkshauptschule entwachsene Jugend, deren Betragen zu vielerlei Klagen Anlaß gibt. Um der weiteren Verrohung unserer Jugend zu steuern, wurden die Ortschulbehörden von seiten der Regierung mehrfach aufgefordert für die schulpflichtige Jugend des Ortes besondere den örtlichen Verhältnissen angepasste Verhaltungsvorschriften zu erlassen. Demgemäß wurden am 26. Febr. 1916 durch die Lokalschulkommission Satzungen für die Schuljugend Hammelburgs aufgestellt, die im Abdruck folgen.

 

1916 März

Der große Erfolg der ersten drei Kriegsanleihen, die insgesamt 25,8 Milliarden erbrachten, haben unseren zahlreichen Feinden die früher unterschätzte finanzielle Kraft Deutschlands enthüllt. Jetzt wird zu einem vierten Schlag ausgeholt, der den verbissenen Bedrängern Deutschlands neue Kunde geben muß von unserer finanziellen Leistungsfähigkeit. Die Werbetätigk. für die 4. Kriegsanleihe soll in die weitesten Kreise des Volkes getragen werden. Um namentlich die Lehrerschaft für diese Werbetätigkeit zu gewinnen fand am Mittwoch, den ….   März eine Konferenz statt unter dem Vorsitze des Herrn Regier.-rats Vocke. Schulsparkassen sollten nutzbar gemacht, Aufrufe an die Schüler verteilt werden, diese selbst sollten Werber sein bei Nachbarn, Bekannten u. Verwandten.

In allen Schulen setzte ein reger Eifer ein u. auch bei uns blieb der Erfolg nicht aus. Unsere Schüler zeichneten aus ihren Spareinlagen über 5000 M.

[Diese vierte Anleihe ist insgesamt ein Misserfolg gewesen. Daher entschied man sich bei den folgenden für eine Werbung mit Plakaten. Zwischen 1914 und 1918 nahm die deutsche Reichsbank durch insgesamt neun Kriegsanleihen ca. 98 Milliarden Mark ein, mit denen 60 % der Kriegskosten finanziert wurden. –

Mit der zunehmenden Dauer des Krieges, dem ausbleibenden Sieg, Versorgungsmängeln und Kriegsmüdigkeit sank die Zustimmung zum Krieg in der Bevölkerung. Seit 1915 gab es die ersten wilden Streiks und Demonstrationen.]

21.)

Immer wieder erhebt das Vaterland den Ruf: Gold in die Reichsbank! Wohl ist im öffentlichen Leben das Gold schon vollständig verschwunden, aber es soll noch gar manches 20 M-Stck. in Schränken und Strümpfen versteckt schlummern. Auch diese vollends dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen, muß wieder die Schuljugend mithelfen. Ein Gedenkblatt ist in Aussicht gestellt für
200 M Gold, ein schulfreier Tag versprochen für 400 M. Das Mittel verfehlt seine Wirkung nicht. Es ist köstlich, wie die kleinen Reichsbürger, Männlein und Weiblein, den Leuten ihre Goldfüchse abzubetteln verstehen. Nicht selten laufen die Plagegeister von Haus zu Haus. Und der Hallo in der Schule, wenn wieder ein Goldstück kam. Bei solchem Eifer war freilich die vorschriftsmäßige Summe bald überschritten. Das Gesamtergebnis betrug 1260 M, sechs Gedenkblätter u. ein schulfreier Tag waren der Lohn.

[Im Deutschen Kaiserreich gab es 5-, 10- und 20-Goldmark-Münzen. Die 20-Goldmark-Münze war aber die gängigste.]

 

22.) 1916 3. April

Von 8 – 10 h Entlassungsprüfung;

Von 10 – 12 h Schlußprüfung


 

Schuljahr 1916 – 17

 

1.  &  2.) 1916 Mai

wie 1915 -17

 

3.) Schülerzahl im Mai 1916

a. Volkshauptschule:

          Vorbereitungskl. Mädch.28

          Unterkl.       2. Schuljahr28

                              3. “               29

          Mittelkl.      4. “               35 (34)<Bleistifteintrag

                              5. “               27 (39)<Bleistifteintrag

          Oberkl.        6. “               31

                              7. “              33 

                                         Sa                [Die Zahl fehlt.]

 

b) Berufsfortbildungsschule:

                              1. Schuljahr 32 (29)<Bleistifteintrag

                              2. “               20

                              3. “              34<Bleistifteintrag

                                         Sa                          [Die Zahl fehlt.]

 

4.) [Kein Datum!]

Der 1. Mai brachte uns die neue Sommerzeit, die von manchen mit recht gemischten Gefühlen erwartet wurde.

Der Schulgottesdienst beginnt um 7 h, der Unterricht um 8 h .

 

5.) 1916 9. Mai

Wie im Vorjahre wird auch heuer in den vier oberen Jahrgängen der Unterricht auf vier Vormittagsstunden beschränkt um den Schülern Gelegenheit zu geben die fehlenden Arbeitskräfte durch eifrige Mithilfe zu ersetzen.

 

6.) 1916 Mai

Überall macht der Krieg seine Wirkungen geltend. Papiermangel u. Steigerung der Papierpreise gebieten größere Sparsamkeit mit dem Papierverbrauch. Diese Sparsamkeit sollte auch auf die Schule ausgedehnt werden. Durch Benützung der Schiefertafeln an den Volksschulen u. durch weitgehende Ersetzung der schriftl. Übungen durch mündliche kann Papier gespart werden. Auch sollen die im abgelaufenen Schuljahr noch nicht vollgeschriebenen Hefte weiter benützt werden. Die Neuanschaffungen u. schriftl. Übungen werden in folgender Weise beschränkt:

Im 2. Schuljahr 1 Schönschreibh. für wöchentlich 1 Übung.

Im 3. Sch. 1 Schönschreibh. für wöchentl. 1 Üb. u. monatl 2 Deutschübungen. Im 4. u. 5. Sch. 1 Latein- u. 1 Deutsch-Schönschreibh. alle 14 Tage je 1 Übung.

In das Deutschheft ist monatlich eine Rechtschreib-, eine Sprachübung und
1 Aufsatz einzutragen.

6. u. 7. Schuljahr 1 Deutschheft, in das monatl. eine Sprachlehr-, 1 Recht-
schreibüb., ein Aufsatz u. nach Bedarf Schönschreibübungen einzutragen sind.

 

7.) 1916 25. Mai

Die Schüler sind aufgefordert, unsere einheimischen Teekräuter (Erdbeerblätter, Brombeerspitzen, Waldmeister) für die Lazarette zu sammeln. Dieser Aufforderung leisten die beiden oberen Schulen Folge.

 

8.) 1916 5. Juni

Schulfrei!

In heldenmütiger Tapferkeit von unsern „blauen Jungen“ die Seeschlacht am Skagerak geschlagen.

[Die Schlacht zwischen deutschen und englischen Kampfschiffen wurde hier als Sieg gefeiert. In Wirklichkeit ging sie unentschieden aus. Zu weiteren Kampfhandlungen kam es zwischen Flotten später nicht mehr.]

 

9.) 1916   Juni

Der Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften zwingt zu den Heuferien, welche für die 6. bis 7. Kl. 8 Tage dauern.

 

10.) 1916   Juni

Alt-Papier!

Noch 1913 betrug die ausländische Zufuhr von Stoffen für Papierherstellung
½ Mill. Diese Zufuhr hat aufgehört. Die Versäumnislisten der Werktags- und Sonntagsschulen bis zum Jahr 1905 dürfen zur Papiersammlung gegeben werden, wenn sie keine Einträge über Charakteristik u. Qualifikation des Schülers enthalten. Ebenso die Lehrberichte, die zu führen waren.

 

11.) 1916 12. Juni

100 Jahre bayrisch!

Durch Staatsvertrag mit dem Hause Österreich vom 14. April 1816 kamen die drei vordem fuldischen Ämter: Hammelburg; Brückenau und Weyers an die Krone Bayerns. Wer die wechselvollen Schicksale Hammelb. unter den verschiedenen Regierungen kennt, blickt mit Dankbarkeit auf die verhältnismäßig ruhigen 100 Jahre „bayrisch“ zurück.

Nach vollendetem Dankgottesdienst marschierte die Schuljugend, voran die weiß-blauen Fähnchen tragenden Knaben unter Absingen vaterländischer Lieder auf den Marktplatz, wo die Musikkapelle des Lager Hammelburg Aufstellung genommen hatte. Ihr schlossen sich an die Schüler des Gymnasiums u. die verschiedenen Vereine. Hochw. Herr Stadtpfarrer Martin machte in einer Ansprache auf die Bedeutung des Tages aufmerksam u. rief den Anwesenden die Pflicht der Dankbarkeit gegen unser bayr. Königshaus ins Gedächtnis. Zum Schluß wurde ein Huldigungstelegramm S. M. König Ludwig übersandt. Die schöne Feier schloß mit der Absingung der bayr. Königshymne u. mit einem begeisterten „Hoch“ auf König u. Vaterland.

 

12.) 1916 1. Aug.

Heute kam die Nachricht von dem Heldentod unsres lb. Kollegen Guido Herbst. 2 Jahre hat er dem Vaterland in opfervoller Treue gedient. Nun ist er tot,- der Besten einer – so schrieben seine Kameraden nach seinem Heldentod. Von Oktober 1913 bis Juli 1914 hat er in der Hammelburger 3. Knabenklasse gewirkt.

Ruhe sanft!

13.) 1916

Die Mädchen der Oberklasse beteiligten sich unter Leitung ihrer Lehrerin an der Sammlung von Brennesseln. Der Erlös wurde dem König Ludwig Haus in Würzburg zugeteilt, ebenso der Erlös für gesammelte Bucheckern.

 

14.) 1916 14. Aug.

Beginn der Schule nach den Ferien vom 17. Juli.

 

15.) 1916 22. Aug.

Seelengottesdienst für den gefallenen Hilfslehrer Guido Herbst unter Beteiligung zahlreicher Amtskollegen.

 

16.) 1916    Aug.

Nach Mitteilung des Kriegsausschusses für Öle u. Fette ist es möglich die Kerne bestimmter Obstsorten in Erfolg versprechender Weise zur Ölgewinnung zu verwerten u. so die knappen Ölbestände zu vermehren. Wie bei allen Sammlungen so beteiligte sich auch hier die Schuljugend mit Eifer, sodaß nach Abschluß der Sammeltätigkeit zwei große Waschkörbe voll der Bezirks-Sammelstelle übergeben werden konnten.

[Herr Maul konnte folgendes recherchieren: Aus 1000 kg Steinobstkernen  wurden 50 kg Speiseöl gewonnen, und für 1 kg dieser Kerne bekam der Sammler 10 Pfennige.]

 

17.) 1916    Sept.

5. Kriegsanleihe!

Auch diesmal fand eine Versammlung der Lehrer des Bezirks unter dem Vorsitz des Herrn Regierungsrates Voche statt. Der Erfolg blieb nicht aus.

 

18.) 1916 10. Sept.

Es wurde mit dem Umbau der Mädchenschule begonnen. Die Lehrzimmer der Ober- u. Mittelklasse wurden vergrößert. Die bei diesem Umbau eingegangene Arbeitsschule wurde in das frühere Lehrzimmer der Mädchen-Vorberei-tungsklasse verlegt.

 

19.) 1916 1. Okt.

Herr Hauptlehrer Hofmann tritt endgültig von der Schule zurück. Sein Nachfolger ist Herr Lehrer Simon von Langendorf.

 

20.) 1916 3. Okt.

Die Mädchenschule hatte Schulbesuch von H. Kreisschulinspektor Dr. Schmidt.

1916 5. Okt.

Hauptlehrerin Frau M. Kreszentia tritt von der Schule zurück. An ihre Stelle
M. Othildis Maag.

1916 7. Okt.

Visitation in der I. Knabenschule durch Herrn Kreisschulinspektor Dr. Schmidt.

 

21.) 1916 12. Nov.

Gar manche der fränkischen Städte u. Städtchen hat schon seit längerem ihr Kriegswahrzeichen. Hammelburg wählte als solches das „Eiserne Kreuz“. Unter Absingen vaterländischer Lieder folgte heute eine Nagelung durch das Gymnasium u. die Schüler u. Schülerinnen der Volksschule.

 

22.) 1916 12. Nov.

In den Weihnachtsferien wurden die vergrößerten Schulsäle getüncht.

 

23.) 1917 16. Jan.

Visitation der Mädchen Ober- u. Mittelklasse durch Herrn Kreisschulinspektor Dr. Schmidt.

 

1917 4. April

Visitation in der Vorbereitungsklasse.

6. Kriegsanleihe!

Sammelzeichnungen mit Kriegssparbüchern.

 

23.) 1917 28. Febr.

Schriftliche Prüfung.

 

1917 28. März

Mündliche Entlaßprüfung.

 

1917 2. März

Mündliche Prüfung in der Volkshauptschule.

Osterferien 5. April – 19. April


 

Schuljahr 1917 - 18

 

1.) 1917 5. Mai

wie 1913 -14

 

2.) Lehrerinnen:

M. Nikoletta Panzer, O.S.F f. d. Oberklasse seit 1. Mai 1910;

M. Demetria Riedlechner, O.S.F f. d. Mittelkl. seit 1. Mai 1910;

M. Bonaventura Fuchs, O.S.F f. d. Unterkl. seit 1. Okt.1914;

M. Othildis Maag, O.S.F Vorb. Knaben u. Mädchen seit 1.Okt. 1916

M. Fides Wenig, O.S.F Arbeitslehr. f. O u. U.

 

Schülerzahl im Mai 1917

a. Volkshauptschule:

          Vorbereitungskl. Mädch.

          Unterkl.       2. Schuljahr

                              3. “              

          Mittelkl.      4. “               34

                              5. “               39

          Oberkl.        6. “              

                              7. “                 

                                         Sa                [Die Zahlen fehlen.]

b) Berufsfortbildungsschule:

                              1. Schuljahr 29

                              2. “              

                              3. “             

                                         Sa                          [Die Zahlen fehlen.]

 

3.) 1917    Mai

Wie im Vorjahre so wird auch heuer die Unterrichtszeit in den vier oberen Jahrgängen auf vier Vormittagsstunden beschränkt. Der steigende Mangel an Arbeitskräften macht die Hilfe der Jugend notwendig.

 

4.) 1917    Aug.

Ferien vom 16. Juli mit 12. Aug.

 

5.) 1917    Aug.

Beschlagnahme der Glocken.

Keines von den kleinsten Opfern war die Beschlagnahme der Glocken zu militärischen Zwecken. Die durch Alter, Kunstwert u. schönen Klang hervorragenden Glocken blieben verschont. In unserer Gemeinde sind eigentlich sämtliche
4 Glocken der Beschlagnahme verfallen, da sie erst alle nach dem großen Brand von 1854 gegossen wurden. Bei diesem Brand wurde der Turm der Pfarrkirche eingeäschert, wobei die Glocken schmolzen. –

Es gelang dem Bemühen der Stadt- u. Kirchenverwaltung die größte und schönste zu erhalten, da sie aus den damals geschmolzenen Glocken hergestellt wurde. Die drei kleineren mussten abgeliefert werden. Die größte derselben mit einem Gewicht von 16 Ztr. Trägt den Spruch: Vivos voco, mortuos plango,fulgura frango und den Namen Maria. Die zweite mit einem Gewicht von 9 Ztr. trägt als Inschrift Gloria in excelsis Deo. Sie war dem hl Joseph, dem Patron der Sterbenden geweiht. Sie meldete das Ableben eines Gliedes der Pfarrgemeinde. Die 3., die kleinste, begrüßte mit ihrem Klang den neuen Weltbürger, wenn er zur Taufe getragen wurde. Sie war den unschuldigen Kindern geweiht.

Am Samstag den 18. August 1917 wurden die Glocken vom Turm gestürzt auf einen aufgeschichteten Reiserhaufen. Nachmittag ½ 3 h wagte die letzte u. größte der Glocken den gefährlichen Sturz in die Tiefe. Die Augen einer vielköpfigen Zuschauerschar namentlich der zahlreich versammelten Schuljugend begleiteten jeden der drei gefährlichen Stürze.

Die Stadt hatte rasch für Ersatz gesorgt und so kamen um 3 h die neuen Stahlgußglocken bei der Stadtpfarrkirche an.  Während der Nacht wurden die „alten“ u. „neuen“ Glocken im Rathaus aufbewahrt u. am Sonntag Nachmittag auf dem Kirchplatz vor dem Schulhaus aufge-stellt. Die alten wurden mit Kränzen u. Eichenlaub geschmückt. Um ½ 3 Uhr fand durch Herrn Stadtpfarrer Martin unter Assistenz Herrn Dr. Kaiser und Herrn Professor Schultheis die Weihe der neuen Glocken statt. Sie erhielten die für unsere Stadt und die ganze Gegend so bedeutungsvolle Namen Bonifazius (die größere) und Sturmius (die kleinere d. Glocken.) Nach der ergreifenden Feier wurden auf dem Kirchplatz die „alten“ u. die neuen photographiert.

Sie, die uns schon so manchen Sieg verkünden konnten, müssen nun selbst hinaus ziehen und neue Siege erkämpfen helfen.

[Der Mangel an Buntmetall zwingt zu dieser Maßnahme im ganzen Reich, das als rohstoffarmes Land auf Importe angewiesen war. Gegenstände aus Messing, Kupfer, Zinn und Zink müssen abgeliefert werden. Man benötigte das Material u. a. für Geschosshülsen. Es werden überall sogar kupferne Sudpfannen, Bierkrüge und Bierkrugdeckel aus Zinn beschlagnahmt Auch Zinnpfeifen von Kirchenorgeln wurden abgeliefert.]

 

6.) 1917  30. Aug.

Lehrerinnenwechsel

Die Lehrerin der I. Mädchenklasse, M. Nikoletta Panzer, wird versetzt, nachdem sie 9 Jahre an der hiesigen Mädchenschule u. zwar seit 1. Mai 1910 an der Oberklasse gewirkt hatte. An ihre Stelle trat M. Hereswida Schmid.

 

7.) 1917  9. Sept.

Ferien!

Beginn derselben – voraussichtlich bis 24. September.

 

8.) 1917  21./22. Sept.

Altgummi-Sammlung

Heute sollte Altgummi gesammelt werden. Einige Mädchen der Oberklasse wanderten also zu diesem Zwecke mit ihren Körben von Haus zu Haus. 2 kleine Körbe voll alter Gummibälle, Gummischläuche u.s.w. waren der Erfolg.

 

9.) 1917    Sept.

Kriegs-Schule!

Wer in den gegenwärtigen Ferien die Arbeitsschule besucht, findet eifrige „Schusterinnen“, die gar emsig an der Herstellung ihrer Kriegsschuhe arbeiten, wozu sich alte Stoffreste u. Stroh vorzüglich eignen. Schuhleisten in verschiedener Größe laden zu gleicher Beschäftigung ein. Was doch der Krieg alles lehrt u. wirklich auch zu Wege bringt!

 

10.) 1917 24. Sept.

Ferien! – Kartoffelernte!

Die Ferien vom 9. September wären heute zu Ende. Doch in folge der vielen Arbeit bei so günstiger Witterung wird den oberen 4 Klassen noch mal 8 Tage frei gegeben. Die Eltern wurden aufmerksam gemacht, ihre Arbeiten, zu denen sie die Kinder benötigen, so viel als möglich in dieser Woche zu erledigen. Die 3 unteren Jahrgänge Knaben u. Mädchen haben Schule. Doch darf ihnen, falls auch sie zu kleineren Arbeiten z. B. Kartoffelklauben, erforderl. sind, Nachm. freigegeben werden.

 

11.) 1917 15. Okt.

Schulbeginn

Am 15. Okt. beginnt in allen Schulen wieder der Vor- und Nachmittagsunterricht.

 

12.) 1917 3. Okt.

Kriegsanleihe:

Zum siebten Mal ergeht an das deutsche Volk der Ruf:

Zeichnet Kriegsanleihe! Das Volk soll wieder dazu gebracht werden ihre finanziellen Kräfte in den Dienst des Vaterlandes zu stellen. Um die Lehrerschaft auch diesmal für die Werbetätigkeit zu gewinnen fand am Mittwoch, den 3. Okt. eine Konferenz statt unter Vorsitz des Herrn Regierungsrat Vocke. In allen Schulen setzte reger Eifer ein. Bei 1000 M Kriegsanleihe war den einzelnen Klassen ein schulfreier Tag versprochen worden. Keine Klasse wollte nun zurückbleiben.

Ergebnis dieses Eifers waren 7700 M Stück- u. Sammelzeichung.

 

13.) 1917 18. Okt.

Der in Aussicht gestellte schulfreie Tag.

 

14.) 1917 9. Nov.

Siegfrei!

Durchbruchsschlacht am Isonzo.

[Die Schlachten vom Juni 1915 bis Oktober 1917 am Isonzo waren für beide Seiten – Italiener und Mittelmächte – sehr verlustreich, ehe der Durchbruch belang.]

 

15.) 1917 21. Nov.

Für heute waren 1200 Italiener angemeldet. Zerrissen, erfroren u. halbverhungert bewegte sich um ½ 10 Uhr der traurige Zug am Marktplatz vorbei. Die Gefangenen machten einen kläglichen Eindruck. Die Schuljugend schenkte ihnen Äpfel und Vesperbrot, was mit dankbaren Blicken angenommen wurde. Beiliegend die originelle Zeichnung eines 9jährigen Schülers.

 

16.) 1918 13. Febr.

Lehrerinnenwechsel

M. Othildis Maag, O.S.F. übernimmt für M. Wenefrida Greser d. Unter. in der Unterkl. d. Knaben. M. Rosa gibt d. Abteilungsunt. in d. Vorb. Kl.

16.) 1918 20. Febr.

Goldenes Hochzeitsjubiläum das Königspaares.

Alle Schulkinder wohnten zunächst dem feierlichen Gottesdienste bei. Nach Beendigung desselben fand eine kleine Schulfeier statt, welche mit dem Lied „Wo stolz weiß-blaue Banner wallen“ eröffnet wurde. Das Schulzimmer war zur Verschönerung der Feier einfach dekoriert. Eine Ansprache des Herrn Hauptlehrers Ungemach wies die Kinder auf die Eigenschaften des edlen Herrscherpaares hin. Einige Kinder trugen noch passende Gedichte vor. Mit der Königshymne endete die schlichte Feier.

 

17.) 1918    April

8. Kriegsanleihe.

Schon wieder Kriegsanleihe! Konnte man des öfteren hören. Doch wieder Erwarten fiel dieselbe gut aus.

Den einzelnen Schulklassen war bei 1000 M ein schulfreier Tag in Aussicht gestellt. Das Ergebnis der Schulklassen war 8000 M.

 

18.) 1918 17. April

Der in Aussicht gestellte schulfreie Tag.

 

19.) 1918 10. April

Entlassungsprüfung

der Fortbildungsschülerinnen. Die Schulprüfung fand schon am 25. Febr. statt.

 

20.) 1918    April

Sammelt Haare!

Die Schulkinder bringen die gesammelten Haare in die Schule, von wo aus sie an die hiezu bestimmte Stelle abgeliefert werden. Verwendung derselben zu Riemen, Füllung von Matrazen u.s.w.

 

21.) 1918 15. April

 

Lehrerinnenwechsel

Die Lehrerin der Unterklasse M. Bonaventura Fuchs, O.S.F. tritt von der Schule zurück. Ihre Nachfolgerin ist M. Eunomia Beck.

 


 

Schuljahr 1918 - 19

 

1.) 1918 1. Mai

wie 1913 -14

 

2.) 1918 3. Mai

Lehrerinnen:

M. Hereswida Schmid, O.S.F f. d. Oberkl. seit 1. Sept. 1917;

M. Demetria Riedlechner, O.S.F f. d. M. seit 1. Mai 1910;

M. Eunomia Beck, O.S.F f. d. Unterkl. seit 15. April 1918;

M. Rosa                                                 seit 13. Febr. 1918

M. Fides Wenig, O.S.F Arbeitslehr. f. d. Oberkl.

Schülerzahl im Mai 1918

a. Volkshauptschule:

          Vorbereitungskl. Mädch.

          Unterkl.       2. Schuljahr

                              3. “              

          Mittelkl.      4. “              

                              5. “              

          Oberkl.        6. “              

                              7. “       

                                                   [Alle Zahlen fehlen.]

b) Berufsfortbildungsschule:

                              1. Schuljahr

                              2. “              

                              3. “   

                                                   [Alle Zahlen fehlen.]

3.) 1918 1. Mai

Der immer größere Mangel an Arbeitskräften macht auch heuer wieder dieHilfe der Schulkinder nötig. Der Unterricht ist darum für die oberen 4 Jahrgänge auf den Vormittag von 8 – 12 h festgesetzt. Nachmittag ist frei.

 

4.) 1918 7. Juni

Wir sammelten Tee für die Soldaten!

 

5.) 1918 10. Juni

Beginn der Heuernte.

Der Unterricht in allen Klassen – die Vorbereitungskl. ausgenommen –  ist Früh von 8 – 10 h. Die übrige Zeit steht für Erntearbeit zur Verfügung.

 

1918 10. Juni

Unterricht wieder von 8 – 12 h

Ferien!

Am 21. August (sic!) beginnen die Ferien. Sie dauern bis 19. August.

 

Unterricht!

1918 19. Aug.

Am 19. August beginnt wieder die Schule.

 

1918 Sept.

Kartoffelferien vom 15. bis 30. Sept.

 

1918 19. Aug.

Knabenschule.

M. Wenefrida Greser beginnt wieder den Unterricht in der Unterklasse der Knaben.

Mädchenschule:

M. Othildis hat wieder die Vorbereitungsklasse.

M. Rosa wird nach Augsb. versetzt.

 

1918 1. Okt.

D. Unterricht beginnt wieder.

M. Othildis Maag wird nach Ottobeuren versetzt. An ihre Stelle tritt M. Narzissa Söldner.

Brennessel!

An den freien Nachmittagen sammelten die Kinder, welche daheim nicht benötigt waren, Brennesseln, die im Lagerhaus abgeliefert wurden.

[Das Lagerhaus war die „Baywa“ in der Fuldaer Straße hinter dem Bahnhof. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Supermarkt.]

 

1918 1. Okt.

Bucheckern!

An die Schulen ging die Anforderung Bucheckern zu sammeln. An einigen Nachmittagen gingen die Schüler u. Schülerinnen aller Klassen, soweit sie zuhause nicht benötigt wurden, in den Fuchsstädter Wald unter Beaufsichtigung der Lehrpersonen. Der Erlös betrug 171 M. welcher den einzelnen Kindern ausbezahlt wurde.

 

1918    Okt.

Weinlese Ferien

Vom 17. - 25. Okt.

 

1918    Dez.

Wechsel!

M Wenefrida Greser wird von der Aushilfe in der Knabenschule befreit, da dort H. Lehrer Kolb die Stelle übernimmt.

 

[1919] 1. Jan.

Schulaufsicht!

Den neuen Verordnungen gemäß ist Herr Hauptlehrer Ungemach der stellvertretende Distriktsschulinspektor. Dieser übernimmt bis zur endgültigen Regelung zunächst die  Fortführung des Schulbetriebs u. der Verwaltungsgeschäfte an Stelle der bisherigen Distriktsschulinspektoren.

Die bisherigen Befugnisse des Lokalinspektors verteilen sich. Sie gehen über teils auf den alleinstehenden oder geschäftsführenden Lehrer teils auf die Distriktsschulbehörde. Der geschäftsführende (dienstälteste) Lehrer nimmt sich um die Wahrung der Hausordnung, die Verwaltung jener Einrichtungen, die zwei oder mehreren Schulabteilungen dienen, u. um die Erledigung des dienstlichen Schriftverkehrs verantwortlich an.

Die Sorge für die Ordnung in den äußeren Schulverhältnissen obliegt jedem Lehrer für seine Schule oder Schulabteilung.

 

[1919] 19. Febr.

Schluß- und Entlassungsprüfung.

Es wird angeordnet, dass für das laufende Schuljahr an allen Volkshauptschulen u. Volksfortbildungsschulen die vorgeschriebenen Prüfungen nicht abgehalten werden. Die Zeugnisse sind von jenen Lehrkräften auszustellen, deren Schule die zu entlassenden Schüler zuletzt angehört haben. Dabei sind im Fleiße, Betragen u. in den Leistungen die Jahresnoten einzutragen. Die Zeugnisse sind vom ausstellenden Lehrer zu unterschreiben u. vom Magistrat mit dem gemeindlichen Dienstsiegel zu beglaubigen.


 

Schuljahr 1919 - 20

 

1.) 1919 1. Mai

siehe Januar!

 

2.) 1919 1. Mai

Lehrerinnen:

Oberkl. M. Hereswida Schmid, O.S.F seit 1.9.17.

Mittelkl. M. Demetria Riedlechner, seit 1.5.10.

Unterkl M. Eunomia Beck, seit 15.4.18.

Vorb.kl. M. Narzissa Söldner seit 21.9.18

Arbeitssch. M. Fides Wenig

Schülerzahl:

a. Volkshauptschule:

          Vorb.kl. Mädchen

          “            Knaben

          Unterkl.       2. Schuljahr

                              3. “              

          Mittelkl.      4. “              

                              5. “              

          Oberkl.        6. “             

                              7. “       

                                                   [Alle Zahlen fehlen.]

b) Berufsfortbildungsschule:

                              1. Schuljahr

                              2. “              

                              3. “   

                                                   [Alle Zahlen fehlen.]

3.) 1919 1. Mai

Die Unterrichtszeit der vier oberen Jahrgänge wird nicht mehr wie in den verflossenen Kriegsjahren auf 4 Stunden beschränkt, sondern es ist wieder Vormittag und Nachmittag Schule.

In der Vorbereitungsklasse wird wegen Mangel eines Schulzimmers der Unterricht der Knaben u. Mädchen auch weiter Abteilungsweise erteilt.

 

4.) 1919 28. Mai

Lehrerräte.

Ortslehrerrat. An jeder Volksschule mit mehr als zwei Schulabteilungen besteht ein Lehrerrat. Die Lehrpersonen sind die ordentlichen Mitglieder. Aus ihnen wird ein Vorsitzender nebst einem Ersatzmann gewählt.

Bezirkslehrerrat. Die gesamte Lehrerschaft wählt den Bezirkslehrerrat.

Der Kreislehrerrat wird von d. Lehrerschaft eines Regierungsbezirkes u. der Landeslehrerrat von der gesamten Lehrerschaft auf drei Jahre gewählt.

 

5.) 1919 Juni

Wahl für den Ortslehrerrat.

Herr Hauptl. Ungemach wurde als Vorsitzender u. H. Hauptl. Simon als Ersatzmann gewählt.

 

6.) 1919 Juli

Wahl für die übrigen Lehrerräte.

 

7.) 1919 Juli 10. Sept.

Auf dem hiesigen Progymnasium werden mit dem beginnenden Schuljahr auch Mädchen zugelassen. Es traten 4 Schülerinnen d. hiesigen Volksschule dortselbst in die 1. Klasse ein.

 

8.) 1919 19. Juli

Ferien!

a) vom 19. Juli bis 18. August

b) “       21. Sept.“                      [keine Angabe]

 

9.) 1919 10. Sept.

Heimkehr unserer Kriegsgefangenen!

Endlich sollte auch für unsere Gefangenen die Stunde der Erlösung kamen. (sic!) Am Mittwoch trafen die ersten 940 Mann aus englischer Gefangenschaft ein. Hammelburg als End- u. Empfangsstation tat sein möglichstes um den Empfang der G. zu einem würdigen u. herzlichen zu gestalten.

Der Bahnhof war reich geschmückt. Die Schulkinder waren die ersten Überbringer der Grüße aus der Heimat. Gegen 11 h lief der Zug ein unter größter Ruhe der am Bahnhof versammelten Menge. Die Knaben schwenkten Fähnlein, die Mädchen winken mit den Sträußen, welche sie den aussteigenden G. entgegenwarfen od. sie den einzelnen gaben. Des öfteren war eine Träne, auf den gebräunten Wangen als Zeichen des Dankes. D. Stadtkapelle H. leitete den Empfangsakt ein. Hierauf wurde ihnen Gebäck, Kaffee, Tee, Limo, belegte Brötchen, Zigarren gereicht. Herr Regierungsrat Vokke begrüßte mit herzlichen Worten die Angekommenen. Der Abtransport zum Lager erfolgte mittels Auto, die in den Landesfarben geschmückt waren.

H. u. das Lager haben Ehrenpforten errichtet u. reichen Fahnen- u. Quirlandenschmuck angelegt. Rührender war der Empfang im Lager, wo die Russen Aufstellung genommen um den deutschen Gefangenen Glück zur Heimkehr zu wünschen. An zwei Abenden fand dann auf d. L. eine Begrüßungsfeier statt u. am anderen Morgen war Dankgottesdienst.

Am 14. endlich konnten die G. den Zug besteigen, der sie an den langersehnten Heimatort bringen sollte. Eines ihrer letzten Zurufe war: Wir werden H. nie vergessen! Einige Schulkinder stellten sich aus eigenem Antriebe auf die Thulbabrücke und sangen beim Vorbeifahrendes Zuges: In der Heimat ist es schön!

 

10.) 1919 24. Sept.

Heute traf der zweite Transport Gefang. ein, 1250 Mann. Auch diesmal war der Empfang eine herzlicher. Die nicht Gehfähigen wurden mittels Lastauto nach dem Lager gebracht, während der größte Teil unter Musikbegleitung nach dem Lager marschierte. Dort hatten die Russen wieder Aufstellung genommen mit einer Fahne mit folgender Aufschrift: „Von Russische Gefangene Herzliches willkommen für deutsche Kameraden gefangenschaft Frieden u. Freiheit.“

[Ein bemerkenswerter Empfang von ehemaligen Kriegsgegnern. – Im Lager Hammelburg existiert übrigens heute noch ein Friedhof verstorbener russischer Gefangener.

Es erhebt sich die Frage, wieso die Russen eineinhalb Jahr nach dem Vertrag von Brest-Litowsk immer noch in deutscher Gefangenschaft waren. In ihrer Heimat herrschten nach der Revolution chaotische Verhältnisse. Deshalb wollten die Gefangenen auch nicht heim. Die letzten Russenlager in Deutschland wurden erst 1922 aufgelöst.]

 

11.) 1919 Dez.

Weihnachtsferien

Von                                  [Zeitangabe fehlt.]

 

12.) 1920 …Febr.

Heimkehr der zurückgekehrten Gefangnen.

In mehreren Abteilungen zogen die „frohen Heimkehrer“ vom Lager zum Bahnhof unter Musikbegleitung u. den freudigen Zurufen der Hammelburger. Die Schulkinder sangen ihnen von den Schulfenstern das Lied zu: In der Heimat ist es schön. Ein freudiges Winken war die Antwort. Die Mädchen verfertigten auch niedliche Sträußchen, die ihnen als Andenken einige Mädchen am Bahnhof überreichten.

 

13.) 1920 1. Jan.

Die Vorbereitungsklasse wird nunmehr wieder getrennt unterrichtet u. zwar im Abteilungsunterricht. Für die Knaben kam eine Kandidatin Jgfr. Rosa Kraus.

 

14.) 1920 April

Prüfungen.

Auch heuer fallen die Prüfungen aus.


 

Schuljahr 1920 - 21

 

1.) 1920 1. Mai

Bezirksschulrat Dunkel

 

2.) 1920 1. Mai

Lehrerinnen:

Oberkl. M. Hereswida Schmid, O.S.F s. 1.9.17.

Mittelkl. M. Demetria Riedlechner, s. 1.5.10.

Unterkl. M. Eunomia Beck, s. 15.4.18.

Vorb. M. Narzissa Söldner s. 21.9.18

Vorb. Knab. Frl. Rosa Kraus s. 1.1.20

Arbeitssch. M. Fides Wenig

Schülerzahl

Volkshauptschule:

          Vorbbereitungskl. Mädchen     

          “                            Knaben

          Unterkl.       2. Schuljahr

                              3. “              

          Mittelkl.      4. “              

                              5. “              

          Oberkl.        6. “              

                              7. “       

                                                   [Alle Zahlen fehlen.]

Fortb.Schule:

                              1. Jahrgang

                              2. “              

                              3. “   

                                                   [Alle Zahlen fehlen.]

 

3.) 1920 1. Mai

Das Lager ist zur Zeit Kinderheim. Erholungsbedürftige Kinder besond. aus den Großstädten finden dort einige Wochen Erholung.

Die hiesigen Kinder sammelten auch Obst, welches dann von den Kindern gelegentlich eines Ausfluges abgeholt wurde.

[Es handelt sich um das Kinderheim Marienruhe. Träger?]

 

4.)

Die Sommerferien dauerten vom 18. Juli bis 16. Aug.

Die Herbstferien d. v. 11 Sept. bis 27. S.

Die Weinleseferien v. 5. Okt. bis 10. Okt.

 

5.) 1920 1. Okt.

Lehrerinnenwechsel!

An Stelle von Frl. Rosa Kraus tritt die L. M. Edburga Wille.

Nov.

Die Knaben u. Mädchen d. Vorbereitungskl., die bisher Wechselunterricht hatten, haben wieder vollständigen Unterricht, d. h. die gleiche Unterrichtszeit wie die anderen Schulen. Die Mädchen werden in dem früheren Lehrerzimmer, das bisher seit 1916 als Arbeitsschule verwendet wurde, unterrichtet.

 

1920 1. Dez.

Wechsel in der Vorbereitungsklasse Knaben!

Die L. M. Edburga versetzt – an ihre Stelle eine weltliche Lehrerin Fr. Adelheid Kühl


 

Schuljahr 1921/22 <mit Bleistift eingefügt

 

1921 12. Mai

H. Hptl. Ungemach übernimmt die Vorbereitungskl.

Knaben als 4. Knabenschule.

 

1921 12. Mai

Lehrerinnenwechsel!

M. Eumonia Beck wurde nach Augsb. versetzt. An ihre Stelle trat M. Immaculata Finzel.

 

1921    Aug.

Äpfelsammlung für das Kinderheim

 

1921    Dez.

Bescherung der Kriegswaisen.

 

Schuljahr 1922 - 23

 

1.) 1922 1. Mai

Bezirksschulrat Dunkel

 

2.) 1922 1. Mai

Lehrerinnen:

Oberkl. M. Hereswida Schmid, O.S.F.

Mittelkl. M. Demetria Riedlechner, O.S.F.

Unterkl. Immaculata Finzel, O.S.F.

Vorbkl. M. Ottilie Huber, O.S.F.

 

1922 1. Mai

Frau Narzissa Söldner, zur Oberlehrerin ernannt, wurde in den Ruhestand ver.

M. Ottilie trat an ihre Stelle.

 

1922 Juni

Ferienaufenthalt einiger Kriegswaisen in Gaibach.

 

1922 Sept.

Kartoffelsammlung fürs Kinderheim.

 

1922 11. Nov.

Tod des H. Hauptl. Otto Ungemach. An dessen Stelle trat als Schulleiter H. Hptl. Simon.

 

1922    Dez.

Die Kriegswaisen wurden auch im heurigen Jahre wieder beschenkt.

 

1923    Jan.

An Stelle des bisherigen Schulrats Dunkel trat Herr Schulrat Schunk für den Bezirk Hammelburg und Karlstadt

 

 

Schuljahr 1923 – 24

 

1923    April

Lehrerinnen wie 1922/23

 

1923 13. April

Beginn des neuen Schuljahres. Das neue Schuljahr beginnt nun jedes Jahr nach den Osterferien.

 

1923 18. Juni

Die Vorbereitungskl. Knaben u. Mädchen werden gemeinsam unterrichtet v. M. Ottilie Huber, da die Mittelkl. der Knaben getrennt unterricht werden.

 

1923 Sept.

Kartoffelsammlung fürs Kinderheim

 

1924 14. April

Bei Eröffnung der Kissinger Bahn machen die Kinder eine Freifahrt nach Bad Kissingen

Die Abbildung zeigt die Vorder- und Rückseite der Einladung zur ersten Bahn-fahrt. Die Freikarte war für Frau Hereswida Schmid ausgestellt, die sie aber an-scheinend nicht benutzt hatte. Die Karte lag in den „Schulischen Aufzeichun-gen“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1924    Jan. – Juni

Mehrere erholungsbedürftige Kinder werden privat von Familien in Österreich aufgenommen.

 


 

Schuljahr 1924 – 25

 

1924    April

Lehrerinnen wie 1922/23

 

1924 1. Mai

Beginn des neuen Schuljahres.

In den Schuljahren 23/25 macht Herr Schulrat Schunk seine außerordentlichen Schulbesuche in der Vorbereitungs-, Unter- u. Mittelklasse.

 

1924    Okt.

H. H. Stadtpfarrer Martin hält für die Schulkinder einen Lichtbildervortrag über seine Romreise.

 

1925    Febr.

Alle Schulkinder besuchen das Kino (Schülerfilm) u. hören den Vortrag über die Einrichtung eines modernen Dampfers.

 

1925  

Am 31. März u. 1. April sind die ordentliche Entlassungs- u. Schlußprüfungen.

Knaben u. Mädchen werden gemeinsam geprüft.

 

1925   2. April

eine einfache aber herzliche Schlußfeier

 

1925   20. April

M. Hereswida Schmid, Lehrerin der Oberklasse, wird versetzt, nachdem sie seit 30. Aug. 1917 hier gewirkt hatte.

Während dieses Schuljahres wurde Frau Immakulata Finzel zur Oberlehrerin ernannt.

Die beiden Lehrerinnen der Ober- u. Mittelklasse wurden wegen Überstunden von der Erteilung des Handarbeitsunterrichts befreit und damit die Lehrerin der Vorbereitungsklasse betraut.

 

Schuljahr 1925 – 26.

 

1925 24. April

Beginn des Schuljahres.

Die Oberklasse wurde von Hauptlehrerin M. Coelestine Engelhard übernommen, ebenso der 2. Jahrgang Fortbildungsschule.

 

1925 30. Juni

Das Lehrzimmer der Oberklasse erhielt neue Bänke, 14 Viersitzer, von den Kindern freudigst begrüßt. Die Zahl der Bänke wird freilich nur für dieses Schuljahr genügen.

 

1925 1. Juni

Es fand die feierliche Einweihung des von dem Hammelburger Künstler Kaspar Ruppert in München modellierten Kriegerdenkmals an der Südwestecke des Rathauses statt. Die Schuljugend beteiligte sich am Gottesdienste, Festzuge und Weiheakte auf dem Marktplatz. Zwei Mädchen und ein Knabe vertraten mit einem entsprechenden Gedichte vor dem Denkmal die Kriegerwaisen der Stadt.

[Der Hammelburger Winzersohn und Ehrenbürger Kaspar Ruppert (1875 – 1948) schuf neben dem steinernen Kriegerdenkmal in Hammelburg und Umgebung zahlreiche Madonnen, Bildstöcke, das Tor der „Darlehenskasse“ – heute im großen Saal der Raiffeisenbank – und Grabdenkmäler. Die Kreuzwegstationen im Friedhof stammen ebenso von ihm wie das Relief in der Aula von Grund- und Mittelschule. –

In den „Schulischen Aufzeichnungen“ befand sich ein Zeitungsbericht über die Enthüllung des Kriegerdenkmals am Rathaus. Er ist abgedruckt auf den Seiten 46 und 47.]

  

 

1925 29. Sept.

Die Schüler und Schülerinnen der Oberklasse begrüßten vor dem Rathause den Herrn Minister des Innern.

[Wahrscheinlich war es der bayrische Innenminister.]

 

1925    Nov.

Die Schulklassen durften eine „Frucht- u. Obstschau“ und einen „Kulturfilm“ besuchen.

 

1925    Nov.

Ein Missionspriester der „Weißen Väter“ hielt einen sehr interessanten Lichtbildervortrag über Land u. Leute Ostafrikas.

[Es ist anzunehmen, dass dieser Priester im ehemaligen Deutsch-Ostafrika gewirkt hatte, einer der vier deutschen Kolonien in Afrika. Deutsch-Ostafrika  umfasste die heutigen Länder Tansania (ohne Sansibar, das gegen Helgoland  und den Caprivizipfel 1890 ausgetauscht worden war), Burundi und Ruanda.

In Deutschland hielt man die Wegnahme der Kolonien nach dem Krieg für ein großes Unrecht und war daher sehr an Informationen aus diesen Ländern interessiert.]

 

1926 14. Febr.

In festlichem Zuge wurden die drei neuen Glocken abgeholt und in der Pfarrkirche fand die feierliche Weihe der derselben statt mit Festpredigt u. entsprechenden Liedern.

Die Schluß- u. Entlassungsprüfungen waren auf 8. u. 9. Februar festgelegt worden u. wurden an diesen Tagen abgehalten.

Die Kinder hörten einen Vortrag über unsere Grenzdeutschen und sahen die besprochenen Gebiete im Lichtbilde.

 

1926 25. März

Die Oberklassen hielten eine einfache Schlußfeier, nachdem sämtliche Klassen dem Schlußgottesdienste beigewohnt hatten. Die Lehrerin der Oberklasse wurde wegen Krankheit ein halbes Jahr beurlaubt.


 

Schuljahr 1926 – 27.

 

1926 15. April

Beginn des neuen Schuljahres.

Die Aushilfe wurde von der Lehrerin Edelgardis Lindner, O.S.F übernommen. Das übrige Lehrpersonal wie im Vorjahr.

 

1926 10. Mai

Der kalte Frost der letzten Nacht wurde die traurige Ursache der kommenden Weinmißernte, wie sie seit einem Menschenalter nicht erlebt wurde.

 

1926    Juni

Firmung!

Erstmaliger Empfang des neuen Diözesanbischof Dr. Matthias Ehrenfried am Kissingertor.

 

1926    Juli

Während der großen Ferien wurden die Lehrsäle der I., II. und IV. Mädchenschule getüncht.

 

1926  1. Aug.

Heute, am 1. Augustsonntag, der 12. Wiederkehr des 1. Mobilmachungstages 1914, wurde unsere Pfarrkirche durch eine neue Herz-Jesu-Statue, die der Kanzel gegenüber Aufstellung fand, bereichert. Sie soll in den gegenwärtigen und kommenden Geschlechtern die Erinnerung an den furchtbaren Weltkrieg festhalten und ist der Dank der zurückgekehrten Krieger für die glückliche Heimkehr. Von einem Feldzugsteilnehmer gestiftet, oblag die Ausführung des Werkes unserm Heimatkünstler Ruppert, welcher in der Statue als Kriegsdenkmal den Gedanken das Herz als König und Hoherpriester in genialer Weise verwirklichte.

[Pfarrer Oskar Röll schreibt im Kirchenführer der Stadtpfarrkirche Hammelburg: “Im Dämmerlicht der Turmkapelle kann man die Christkönigs-Statue aus dem Jahr 1925 von Kaspar Ruppert erkennen, eine Dankesgabe für glückliche Heimkehr aus dem Weltkrieg 1914/18.“]

 

1926  4. Okt.

Im nahen Kloster Altstadt wurde die 700jährige Todesfeier des hl Franziskus mit einem feierlichen Triduum begangen, das während der ersten Oktobertage das religiöse Leben der katholischen Bevölkerung des mittleren Saalegaus aufs neue entzündete. Tausende frommer Wallfahrer umlagerten die stille Klosterkirche Tag und Nacht, wie es Altstadt in den früheren Jahrhunderten kaum gesehen haben dürfte.

 

1926  4. Okt.

Wegen der vollständigen Missernte fallen die Weinleseferien aus.

 

1926 19. Nov.

Visitation der 1. Mädchenschule durch Herrn Bezirksschulrat Schunk aus Karlstadt.

 

1926 30. Nov.

Lichtbildervortrag über „Das bayerische Hochland“, der Aug und Ohr gefangen nahm für die Schönheiten der bay. Alpenwelt und des -vorlandes mit München.

 

1927    Jan.

Der auf der Westseite des Schulhauses liegende Rentamtsweiher wird ent-schlammt und soll in einen Fischweiher umgewandelt. (sic!)

 

1927    Jan.

Kaum hatte nach den Weihnachtsferien die Schule wieder begonnen, als die Grippe zuerst vereinzelt, dann epidemieartig unter Kindern u. Erwachsenen auftrat. Die Klassen sanken auf 25, 20 % ihrer früheren Stärke. Glücklicherweise forderte die Krankheit keine Opfer.

 

1927 14. Febr.

Prüfung der 7. Knaben- u. Mädchenklassen, vormittags die Knaben, nachmittags die Mädchen.

 

1927 16. Febr.

In seiner Sitzung beschloß der Stadtrat die Einführung der 8. Klasse für beide Geschlechter. Da für diese keine neue Lehrkraft in Frage kommt, wird eine neue Klasseneinteilung notwendig. Mit Beginn des neuen Schuljahres löst sich die
1. kombinierte Klasse auf. In Zukunft werden bei Knaben und Mädchen das 1. u. 2., das 3. u. 4., 5. u. 6., 7. u. 8. Schuljahr gemeinsam unterrichtet.

 

1927 21. März

Heute sind die Entlassungsprüfungen, Knaben und Mädchen getrennt.

 

1927 25. März

Zur Einführung in die neue Lehrordnung hielt Herr Regierungsschulrat Dr. Schmidt einen Vortrag in Karlstadt. Das Erscheinen der Gesamtlehrerschaft des Bezirks Hammelburg, Arnstein u. Karlstadt war Dienstpflicht Auch die Geistlichkeit war eingeladen.

 

1927 25. März

Mariä Verkündigung, das katholische Fest des heutigen Tages, war sehr geeignet einen würdigen Rahmen zu bilden für das Erstlingsopfer des Hochwürdigen Primizianten Johannes Schilling. Die Mittel- u. Oberklassen begleiteten ihn vom Elternhause zur Kirche, wo die hl. Feier harmonisch verlief und auf viele einen tiefen Eindruck machte.


 

Schuljahr 1927/28

 

1927 28. April

1. Schultag!

Klasseneinteilung mit Lehrpersonal:

1. Jhrg. mit            49 Mädchen

                                        M. Ottilie Huber, seit 1. V.1922

2. u. 3. Jhrg. mit    45 Mädchen

                                         M. Immakulata Finzel,28.VIII.192

4.5.6. Jhrg. mit      60 Mädchen

M. Demetria Riedlechner, 10.XI.1897

7. u. 8. Jhrg. mit    56 Mädchen

                                         M. Emanuela Wagner, 28.IV.1927

Der Handarbeitsunterricht an der II., III. u. IV. Schule wurde von der Regierung der Lehrerin an der IV. Schule übertragen, die ihn wegen ihrer geringen Stundenzahl unentgeltlich zu übernehmen hat, während Frau Oberin M. Fides Wenig als Handarbeitslehrerin für die I. Schule mit 6 Wochenstunden eine jährliche Vergütung von 360 M erhält.

Das neue Schuljahr brachte auch für die Mädchenfortb.-Schule eine wesentliche Veränderung. Durch Einführung des obligatorischen 8. Schuljahres kommt die 1. Klasse dieser Schulgattung in Wegfall. Die 2. Klasse führt Frau Demetria weiter, die 3. Klasse Frau Immakulata. Der bisher an 2 Sonntagsstunden erteilte Unterricht wird nunmehr auf einen Wochentag verlegt. Die Neueinrichtung wurde von Lehrerinnen und Schülerinnen freudigst begrüßt, da ihnen nun auch  die wohlverdiente Sonntagsruhe zukommt.

 

1927 Mai u. Juni

Die neuen Schulbücher müssen eingeführt werden, was bei der Armut der hiesigen Bevölkerung sehr schwer hält, hat doch der Frost einiger Mainächte auch die diesjährige Weinernte vollständig vernichtet.

[Wie bedrohlich die Situation für den Hammelburger Weinbau damals war, kann man aus folgender Passage in der „ Hammelburger Auslese zum Jubiläumsjahr 1977“ auf  S. 107 entnehmen: “Infolge von Spätfrösten wurden in diesem Jahr keine Trauben geerntet. Im Jahr 1925 überlegte man sich, was angesichts der trostlosen Lage aus den Weinbergen des Saaletals werden sollte. Es wurde empfohlen, die Weinberge mit fränkischer Luzerne anzupflanzen. Zu dieser Zeit war der Weinbau  in Hammelburg besonders stark vom Untergang bedroht. 1927 wurde die Ernte erneut durch Spätfröste vernichtet.“ Die Saaletalwinzer beschlossen in einer Großveranstaltung allerdings, „der Weinbau solle unter allen Umständen erhalten bleiben“.]

 

1927 18. Mai

Herr Studienrat Eichler aus Würzburg hielt heute in der Vereinsturnhalle für den Bezirk Hammelburg einen 3 ½ stündigen tiefgründigen, äußerst praktischen Einführungsvortrag für den Schulgesang nach der Eitz’schen Tonwortmethode. Sämtliche Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule unterrichten von nun an nach dieser Methode.

[Carl Andreas Eitz (* 25. Juni 1848 in Wehrstedt bei Halberstadt; † 18. April 1924 in Eisleben) war ein deutscher Akustiker und Musikpädagoge. Er war Volksschullehrer in Eisleben, der Geburts- und Sterbestadt Luthers.]

 

1927 9. Juni

Der heutige Vormittag brachte Herrn Bezirksschulrat Schunk aus Karlstadt zur Visitation in die III. Mädchenschule, während die I. Schule den Herrn am Nachmittag zum gleichen Zweck begrüßte.

 

1927 10. Juni

1. Kochtag des 8. Schuljahres in der von Herrn Oberregierungsrat Oßwald zur Verfügung gestellten Küche im Amtsgebäude. Der Stadtrat hat die Mittel zur Instandsetzung und Führung der Küche bereitgestellt.

[Welches Amtsgebäude?]

 

1927 18. Juli

Beginn der Sommerferien.

Während derselben wurden die III. Schule und der obere Gang getüncht.

 

1927 29. August

Wiederaufnahme des Unterrichtes.

Kartoffel- und

1927 29. Sept.

                       Weinleseferien

[Wieso Weinleseferien? Die Ernte war doch vernichtet! Demnach waren anscheinend doch noch Trauben vorhanden. ]

 

1927 9. Sept.

In der Turnhalle wurde einem Hammelburger Sohn zu Ehren

            – Frobenius, geb. 1460, + zu Basel 1527 –

eine schlichte doch würdige Gedenkfeier veranstaltet. Sie erfreute sich zahlreichen Besuches aus allen Kreisen.

[Die Turnhalle war die spätere Huberts Schreinerei an der Bahnlinie rechts der Bahnhofstraße.]

In diesem Jahre fanden keine Schulprüfungen statt.

 

1928 März

Der neben der Kirche gelegne Garten wurde von der Stadt der 8. Mädchenklasse zur Verfügung gestellt und wird zur Zeit vom nächstjährigen 8. Jhrg. mit großem Fleiße instandgesetzt.

Schulbesuch durch Herrn Schulrat Schunk in der 4.5. u. 6. Klasse.

          Do in der 1. Klasse.

[do = dito, ebenso]

 

1928 30. März

In der Vereinsturnhalle zeigten die beiden 8. Klassen in einer gutbesuchten Schulschlußfeier, was sie an Herz- und Gemüterhebendem im 8. Schuljahr lernten.

Die einfachen, abwechslungsreichen Darbietungen in Gesang, Schülervortrag, Deklamation und Musik befriedigte allgemein. „Es war ein schweres Jahr, doch es war gut.“ (Aus der freien Schülerrede.)
[Die Vereinsturnhalle war in der damaligen Raiffeisenbank in der Bahnhofstraße untergebracht.]


 

Schuljahr 1928/29

 

Klasseneinteilung:

8. Klasse: M. Emanuela.            31 Mädchen

7.6.5.“   : M. Demetria.            49 “

4.3.    “   : M. Immakulata.        47 “

2.       “   : M. Ottilie.                 46 “

1.       “   : Kombiniert (im Knabenschulhaus.)

9.       “   : M. Immakulata.        23  Mädchen

10.     “   : M. Demetria.            24 “

Handarbeit für die Unterstufe M. Felizia

Die Fortbildungsklasse erhält hauswirtschaftlichen Unterricht in der Schulküche (jedesmaliger Beitrag 20 M, da die Stadt nichts genehmigte) Unterricht in Deutsch, Rechnen, Bürgerkunde, Berufskunde und Handarbeit.

 

1928 21. Mai

Bezirkskonferenz im „Hirschen“, dabei auch Vortrag von Herrn Studienrat Dr. Helferich, Schweinfurt über „Buchführung in der Fortbildungsschule“.

 

1928 2. mit 6. Juli

Da die neue Lehrordnung auch für die Landschule den Zeichenunterricht vorsieht, die Lehrkräfte dafür aber vielfach nicht vorgebildet sind, fand in 15 Nachmittagsstunden für die Lehrer u. Lehrerinnen des Bezirkes ein Zeichenlehrgang statt, besucht von 48 Teilnehmern, geleitet von Schulrat Dunkel, Lehrer Barthelmes u. Lehrerin M. Emanuela Wagner, O.S.F.

 

1928 16. Juli

Beginn der Sommerferien

 

1928 Juni

Ernennung der Hauptlehrerin M. Demetria zur Oberlehrerin u. der Lehrerin M. Ottilie zur Hauptlehrerin (ohne Gehaltsaufbesserung.)

 

1929 11. Febr.

Prüfungen im Schulsaal der 8. Mädchenklasse:

Vorm. 8 ¼h – ¾ 11 h Entlassungsprüfung

Nachm. 1 h – ½ 5 h Schlußprüfung

Knaben und Mädchen wurden gemeinsam geprüft. Sämtliche Schüler bestanden die Prüfung. Ein Schüler, Georg Schmidt, Sohn des Uhrmachermeisters Joh. Sch. hatte über die Schulpflicht hinaus die Fortb.-Schule 1 Jahr lang freiwillig  besucht u. beteiligte sich auch freiwillig an der Prüfung.

 

1929 16. Febr.

Wegen der andauernden ungewöhnlich strengen Winterkälte (früh bis -30° C) wurde ab heute der vormittägige Unterricht statt 8 – 11 h von ½ 9 – ½ 12 h gehalten.

 

1929 16. Febr.

Schulbeginn um 8h.

 

1929 21. März.

Schulschlußfeier der Knaben und Mädchen im Lehrsaal der 8. Mädchenklasse. Zeugnisverteilung durch Herrn Bürgermeister Michelbach.

Die Versäumnisse im 8. Schuljahr waren weniger als die Hälfte des Vorjahres. Wegen der strengen Kälte mußte in den Monaten Jan, u. Febr. der Schulküchenunterricht ausfallen. Ersatz: Handarbeiten.

 

Schuljahr 1929/30

 

Lehrpersonal wie im Vorjahr

Klassenverteilung:

1. u. 2. Jhrg.           = 67 Mädchen in der „großen“ Schule (Saal der I. Schule

          Frau Ottilie.

3. Jhrg.                  = 47 Mädchen + 10 Knaben

Frau Immakulata.

4., 5. u. 6. Jhrg.      = 65 Mädchen

Frau Demetria.

7. u. 8. Jhrg.           = 28 Mädchen

Frau Emanuela.

 

1929 5. Juni

Der Turm unserer Pfarrkirche erhielt einen neuen „Wettergockel“.  Der Einsetzung in „Amt und Würde“ wohnte heute die gesamte anwesende Schuljugend bei.

Viele waren im Film „Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“

Nachmittags: Amtliche Konferenz im „Hirschen“.

 

1929 9. Juni

Schulbesuch durch Herrn Bezirksschulrat im 3. Jhrg.

 

1929    Okt.

Gemäß Reg.Entschl. wird den Mädchen des 9. u. 10. Jhrg. (in je 40 Jhr.-Std. pro Schülerin) Küchenunterricht erteilt.

 

1930 6. Febr.

Schluß- u. Entlassungsprüfungen:

8 ¼ –  10 h   Knaben (Entl.-Prüfung)

10 ¼ – 11 ¾ Mädchen (“               )

1 – 3 ½         Knaben u. Mädchen (Schlußprüfung)

 

1930 6. März

Wirkungsvolle Schulschlußfeier in der überfüllten Turnhalle. Beteiligung aller zur Entlassung kommenden Schülerinnen u. Schüler.

 

1930 10. März

Schulschluß!

 

[Die letzte halbe Seite fällt völlig aus dem Rahmen. Die Schrift ist klein, wegen des fehlenden Platzes zwischen die Zeilen gedrängt, und bei weitem nicht so exakt wie auf den vorhergehenden Seiten. Ganz offensichtlich ist, dass hier ein anderer Verfasser am Werk war.]

 

1930/31

Klasseneinteilung:

1. Kl. Knab. u. Mädch. gemischt

2. “    “         “   “           “

3. “    “         “   “           “

4. “    Mädchen allein

5.u.6. “

7.u.8. “

 

1930 1. Sept.

Lehrerinnenwechsel:

Frau Ottilie nach Pfersee an ihre Stelle Fr. Clementine

 

1931/32

Klasseneinteilung: die Mädchenkl. den Lehrerinnen

                              1. u. 2., 3. u. 4., 5 u. 6., 7. u. 8. Kl.

 

1931 1. April

An Stelle von Fr. Immakulata übernahm Fr. Clementine die Fortbildungsschule

 

1931 1. Sept.

Die Lehrerin der 8. Kl. M. Emanuela wurde nach Immenstadt versetzt an ihre Stelle kam M. Columba nach ihrem Staatsexamen.

 

1931    Okt.

Besuch den H. Regierungsprä. Günder in Hammelburg. Bei dieser Gelegenheit Besuch d. Exz. In der Schulküche 8. Kl.

 

1931    Juli

Die III. Mädchenkl. erhielt einen neuen Schulboden.

 

1931    Okt.

Wurde das neue Diözesangesangbuch eingeführt.

 

1931    Okt.

In den Weihnachtsferien wurden 11 neue Bänke (3Sitzer) geliefert /Schreinerei Höfling und Vierheilig.

Die alten Bänke wurden, nachdem sie 75 Jhr. ihrem Zweck gedient, versteigert à Stck. 1,50 M u. fanden viele Kauflustige.

[Die damalige Schreinerei Höfling befand sich in der von-Heß-Straße/Ecke Kirchgasse. Der Sohn des Schreiners war der bedeutende, sehr produktive Hammelburger Maler Robert Höfling, der in der Werkstatt später sein Atelier eingerichtet hat.

Schreinerei Vierheilig: Andreas Rauschmann heiratete Hedwig Vierheilig, die Tochter des Besitzers, und führte den Betrieb unter seinem Namen weiter. Die Werkstatt befand sich in der Friedhofstraße, wo heute Müller ist.]

 

1931 1. Aug.

Wurde die Wohnung des H. Oberlehrer Simon frei u. wartet auf anderweitige Verwendung.

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