Hammelburger-Album

 

Schuljahr 1914 -15

 

1. & 2.) 1914 3. Mai

wie 1913 -14

 

3.)

Schülerzahl im Mai 1914:

a. Volkshauptschule:

          Vorbereitungsklasse        30

          Unterkl.       2. Schuljahr35

                              3. “               29

          Mittelkl.      4. “               34

                              5. “               34

          Oberkl.        6. “               39

                              7. “              23

                                         Sa     224 Schüler

b) Volksfortbildungsschule:

                              1. Schuljahr 37

                              2. “               24

                              3. “              16

                                         Sa      77 Schüler

 

4.) 1914 2. Juli

Erstmalige Feier des Geburtsfestes I. M. [= Ihrer Majestät] der Königin Maria Theresia v. Bayern. Festgottesdienst, schulfrei.

 

5.) 1914 1. Aug.

 

Mobilmachung u. Krieg

6.) 1914 27. Aug

Der Krieg verzögerte die Einbringung der Ernte. Deshalb wurden dem Auftrag der Kgl. Regierung vom 21. Aug. 1914 entsprechend die Schulferien für die vier oberen Jahrgänge der Volkshauptschule u. sämtliche Jahrgänge der Volksfortbildungsschule bis 1. Okt. verlängert.

Da für die drei unteren Jahrgänge der Volkshauptschule eine Verlängerung der Ferien nicht notwendig erschien, wurde hier der Unterricht erst am 17. Aug. wieder aufgenommen. Für den im Felde stehenden Schulverweser Guido Herbst übernahm in der Zeit vom 17. Aug. bis … Sept. (Beginn der Herbstferien) die Lehrerin der oberen Mädchenschule M. Nikoletta Panzer den Unterricht in der 3. Knabenschule.

 

7.) 1914 1. Oktober

Heute begann wieder in allen Schulklassen der Unterricht. Doch machte auch hier der Krieg einige Änderungen notwendig. Die Knaben u. Mädchen der Vorbereit.-kl. werden von Frau Hptlin. M. Kreszentia Schneid gemeinsam unterrichtet, die Mädchen-Unterkl. übernimmt Frau Hptlin. Mr. Bonaventura Fuchs u. die Hilfslehrerin M. Wenefrida Greser leistet Kriegsaushilfe in der verwaisten Knabenunterkl. Im übrigen ist hier der Schulbetrieb ein geregelter mit Einhaltung der gewöhnlichen Schulzeit u. der gleichen Stundenzahl wie im Frieden. Freilich steht der gesamte Unterricht im Zeichen des Krieges.

/:Näheres darüber in der Kriegschronik:/

 

8.) 1914 18. Nov.

Noch nie erlebt!

Hindenburg errang über die Russen einen großen Sieg an der Weichsel. Dieser wurde auch in der Schule entsprechend gefeiert mit Deklamation und Gesang. Bis zu ihrem Höhepunkt steigerte sich die nationale Begeisterung der Jugend, als vom Katheder das Wort erklang:

Schulfrei!

 

[Es handelte sich wohl um die Schlacht bei Lodz. Beide Seiten – Russen und Deutsche hatten starke Verluste bei Lodz erlitten. Die Russen waren alles andere als einfache Gegner, wie der Heimat wegen des Sieges bei Tannenberg vermittelt wurde. Ludendorff stellte aber auch diese unentschiedene Schlacht als großen Erfolg dar.]

 

9.) 1914 4. Dez.

„Antwerpen gefallen.“ Siegfrei.

[Deutschland war in Belgien einmarschiert und hatte dessen Neutralität verletzt.  Der empörte belgische König kapitulierte nicht, sondern ließ sein Land energisch verteidigen. Die starke Festung Antwerpen wurde von den Belgiern zäh verteidigt und konnte erst nach schweren Kämpfen von den Deutschen eingenommen werden.]

[Siegfrei war eine neue Wortschöpfung neben schulfrei. Damit konnte man den trügerischen Siegestaumel der deutschen Bevölkerung zusätzlich anfachen.]

 

10.) 1914 11. Febr.

Wieder flattern Deutschlands Siegesfahnen. Die Russen in Masuren geschlagen. Dadurch verhalf Hindenburg der deutschen Jugend wieder zu einem schulfreien Tag.

[Mit der siegreichen Winterschlacht in Masuren gelang es den Deutschen, die russische Armee endgültig aus Ostpreußen zu vertreiben. Das wurde im Deutschen Reich auch propagandistisch ausgeschlachtet. Ludendorff hatte gehofft, dass nun die russische Front völlig zusammenbrechen würde, was aber keineswegs geschah. Damit waren weiterhin starke militärische Kräfte an der Ostfront gebunden.]

 

11.) 1914 3. März

                              Schriftliche Prüfung

               10. März

                              Mündliche Prüfung in der Volkshauptsch.

               30. März

Mündliche Entlaßprüfung.

Nachtrag   9. Mai

                              wurde auf der Schulsitzung beschlossen v. J. 1917 ab d. Überführ. d. Fortb.-sch. in Berufsfortb.-sch. zu beantragen. Bis 1917 wurde die Jahrestund.z. auf 130 festgesetzt, sofern nicht d. Erhöhung auf 140 notwendig ist.

[Anmerkung: In den fortlaufenden Nummern 10.) und 11.) wurde fälschlicherweise die Jahreszahl 1914 eingetragen.]