Hammelburger-Album

 

Schuljahr 1926 – 27.

 

1926 15. April

Beginn des neuen Schuljahres.

Die Aushilfe wurde von der Lehrerin Edelgardis Lindner, O.S.F übernommen. Das übrige Lehrpersonal wie im Vorjahr.

 

1926 10. Mai

Der kalte Frost der letzten Nacht wurde die traurige Ursache der kommenden Weinmißernte, wie sie seit einem Menschenalter nicht erlebt wurde.

 

1926    Juni

Firmung!

Erstmaliger Empfang des neuen Diözesanbischof Dr. Matthias Ehrenfried am Kissingertor.

 

1926    Juli

Während der großen Ferien wurden die Lehrsäle der I., II. und IV. Mädchenschule getüncht.

 

1926  1. Aug.

Heute, am 1. Augustsonntag, der 12. Wiederkehr des 1. Mobilmachungstages 1914, wurde unsere Pfarrkirche durch eine neue Herz-Jesu-Statue, die der Kanzel gegenüber Aufstellung fand, bereichert. Sie soll in den gegenwärtigen und kommenden Geschlechtern die Erinnerung an den furchtbaren Weltkrieg festhalten und ist der Dank der zurückgekehrten Krieger für die glückliche Heimkehr. Von einem Feldzugsteilnehmer gestiftet, oblag die Ausführung des Werkes unserm Heimatkünstler Ruppert, welcher in der Statue als Kriegsdenkmal den Gedanken das Herz als König und Hoherpriester in genialer Weise verwirklichte.

[Pfarrer Oskar Röll schreibt im Kirchenführer der Stadtpfarrkirche Hammelburg: “Im Dämmerlicht der Turmkapelle kann man die Christkönigs-Statue aus dem Jahr 1925 von Kaspar Ruppert erkennen, eine Dankesgabe für glückliche Heimkehr aus dem Weltkrieg 1914/18.“]

 

1926  4. Okt.

Im nahen Kloster Altstadt wurde die 700jährige Todesfeier des hl Franziskus mit einem feierlichen Triduum begangen, das während der ersten Oktobertage das religiöse Leben der katholischen Bevölkerung des mittleren Saalegaus aufs neue entzündete. Tausende frommer Wallfahrer umlagerten die stille Klosterkirche Tag und Nacht, wie es Altstadt in den früheren Jahrhunderten kaum gesehen haben dürfte.

 

1926  4. Okt.

Wegen der vollständigen Missernte fallen die Weinleseferien aus.

 

1926 19. Nov.

Visitation der 1. Mädchenschule durch Herrn Bezirksschulrat Schunk aus Karlstadt.

 

1926 30. Nov.

Lichtbildervortrag über „Das bayerische Hochland“, der Aug und Ohr gefangen nahm für die Schönheiten der bay. Alpenwelt und des -vorlandes mit München.

 

1927    Jan.

Der auf der Westseite des Schulhauses liegende Rentamtsweiher wird ent-schlammt und soll in einen Fischweiher umgewandelt. (sic!)

 

1927    Jan.

Kaum hatte nach den Weihnachtsferien die Schule wieder begonnen, als die Grippe zuerst vereinzelt, dann epidemieartig unter Kindern u. Erwachsenen auftrat. Die Klassen sanken auf 25, 20 % ihrer früheren Stärke. Glücklicherweise forderte die Krankheit keine Opfer.

 

1927 14. Febr.

Prüfung der 7. Knaben- u. Mädchenklassen, vormittags die Knaben, nachmittags die Mädchen.

 

1927 16. Febr.

In seiner Sitzung beschloß der Stadtrat die Einführung der 8. Klasse für beide Geschlechter. Da für diese keine neue Lehrkraft in Frage kommt, wird eine neue Klasseneinteilung notwendig. Mit Beginn des neuen Schuljahres löst sich die
1. kombinierte Klasse auf. In Zukunft werden bei Knaben und Mädchen das 1. u. 2., das 3. u. 4., 5. u. 6., 7. u. 8. Schuljahr gemeinsam unterrichtet.

 

1927 21. März

Heute sind die Entlassungsprüfungen, Knaben und Mädchen getrennt.

 

1927 25. März

Zur Einführung in die neue Lehrordnung hielt Herr Regierungsschulrat Dr. Schmidt einen Vortrag in Karlstadt. Das Erscheinen der Gesamtlehrerschaft des Bezirks Hammelburg, Arnstein u. Karlstadt war Dienstpflicht Auch die Geistlichkeit war eingeladen.

 

1927 25. März

Mariä Verkündigung, das katholische Fest des heutigen Tages, war sehr geeignet einen würdigen Rahmen zu bilden für das Erstlingsopfer des Hochwürdigen Primizianten Johannes Schilling. Die Mittel- u. Oberklassen begleiteten ihn vom Elternhause zur Kirche, wo die hl. Feier harmonisch verlief und auf viele einen tiefen Eindruck machte.